Berlin, Hamburg und München locken Händler mit dem höchsten Kaufkraftvolumen. Doch auch in der Provinz gibt es Städte mit hoher Anziehungskraft.

Auch in diesem Jahr führen Berlin, Hamburg, München und Stuttgart die Rangliste der deutschen Städte mit dem größten Nachfragevolumen im Marktgebiet an. So lautet das Erbegniss des aktuellen "Standortatlas Deutschland 2008" der von der GfK Geomarketing herausgegeben wird.

Die Haupstadt vereint danach eine Einzelhandels-Kaufkraft von knapp 24 Milliarden Euro auf sich, gefolgt von der Elbmetropole Hamburg mit 17,6 Milliarden Euro. München liegt mit 17,2 Milliarden knapp dahinter und auf Platz 4 rangiert Stuttgart mit 15,2 Milliarden Euro Einzelhandels-Kaufkraft.

Große Einzugsgebiete machen Städte für den Handel attraktiv

Die Top Ten der deutschen Städte mit der höchsten Reichweite im Verhältnis zur Einwohnerzahl offenbart, dass insbesondere kleinere Städte in vergleichsweise dünn besiedelten Regionen ein Vielfaches ihrer Einwohnerzahl als potenzielle Einzelhandelskunden anziehen können, analysieren die GfK-Experten. Offenburg, Gießen und Bad Oeynhausen führen diesen Vergleich an.

So dient Offenburg beispielsweise nicht nur seinen knapp 60.000 Einwohnern als Einkaufort, sondern ist auch das Shoppingziel für Bewohner des Schwarzwalds sowie für Gemeinden aus dem angrenzenden Frankreich, inklusive der Region Straßburg. Dadurch umfasst das Einzugsgebiet das 13-fache des Einwohnerpotenzials. Ähnliches gilt für Gießen, das trotz seiner relativ geringen Größe als Einzelhandelsmittelpunkt für das ansonsten dünn besiedelte Mittelhessen fungiert. Die Größe eines Stadtgebiets sagt wenig über das tatsächliche Gewicht dieser Stadt als Einzelhandelsstandort aus.

Verfügbares Einkommen um 700 Euro angewachsen

Nach den Ergebnissen der GfK-Studie stehen den deutschen Verbrauchern für das Jahr 2008 ein Nettoeinkommen in Höhe von insgesamt 1.542 Milliarden Euro zur Verfügung. Staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten sind dabei berücksichtigt. Pro Kopf entspricht dies einer Kaufkraft beziehungsweise einem durchschnittlichen verfügbaren Einkommen von 18.734 Euro im Jahr, das jeder Bundesbürger für Lebensunterhalt und Konsum ausgeben kann.

Das sind fast 700 Euro mehr als im Vorjahr und entspricht einem Wachstum von rund 3,8 Prozent. "Die Kaufkraft der Deutschen entwickelt sich seit Jahren stabil nach oben", kommentiert Simone Baecker-Neuchl vom Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK. "Die Herausforderung für die Wirtschaft besteht darin, dieses Konsumpotenzial der sparfreudigen deutschen Verbraucher freizusetzen."