Im diesjährigen SSV wollen die Händler die Preise durchschnittlich um 20 Prozent reduzieren, zeigt eine Umfrage. Vor allem Modehändler sind rabattfreudig.

Besonders stark fielen die Rabatte bei Bekleidung aus: Vier von zehn Modehändlern planten üppige Preisnachlässe von 20 bis zu 60 Prozent, teilte die Beratungsgesellschaft Ernst & Young mit.

Ernst & Young hat in diesem Monat 120 Handelsunternehmen befragt. Demnach setzen die Unternehmen zunehmend auf neue Promotion-Formen wie Exklusiv-Rabatte für Kundenkartenbesitzer oder Rabatt-Coupons auf dem Smartphone.

Lagerbestand entscheidet über Preisnachlässe

Fast zwei Drittel der Händler entschieden unmittelbar vor dem SSV über die Höhe der Preisnachlässe, hieß es. Wichtigstes Kriterium sei dabei der Lagerbestand gefolgt vom Geschäftsverlauf.

Der SSV beginnt am heutigen Montag. Nach dem Fall des Rabattgesetzes vor 11 Jahren sind die Händler aber nicht mehr an diesen Termin gebunden. Gerade Modehändler haben wegen des schlechten Wetters und der schwachen Nachfrage die Preise schon kräftig reduziert.

Über alle Vertriebsformen hinweg wollen 47 Prozent der befragten Händler im Rahmen des SSV Rabattaktionen durchführen, so Ernst & Young. Der Handelsverband Deutschland (HDE) geht sogar davon aus, dass sich 70 Prozent aller Einzelhändler in der einen oder anderen Form an dem diesjährigen SSV beteiligen werden.

Problematische Rabatte

"Die Kunden freuen sich über üppige Rabatte, für die Händler werden sie aber zum echten Problem aus", stellt Thomas Harms, Partner bei Ernst & Young, fest. "Kurzfristig erzielen die Unternehmen damit Umsatzsteigerungen - langfristig handelt man sich aber zusätzliche Probleme ein."

Die Kunden hätten sich längst an Rabattaktionen gewöhnt und halten diese inzwischen für selbstverständlich, meint Harms: "Viele Kunden kaufen inzwischen nur noch reduzierte Ware."

dpa, DH