Die US-Modemarke Hollister will in Europa neue Läden eröffnen - mit Schwerpunkt Deutschland. Das Unternehmen bekam auf dem ECE Retail Meeting einen Preis für sein innovatives Ladenkonzept.

"Wir wollen in den nächsten 12 bis 18 Monaten zwischen 10 und 15 neue Hollister-Läden in Deutschland eröffnen", sagte Richard Collyer, Immobilienmanager bei Abercrombie & Fitch, dem Mutterkonzern des amerikanischen Kult-Labels.

Collyer nahm auf dem ECE Retail Meeting in Hamburg am Mittwoch den "Retail Award 2010" des Shoppingcenter-Spezialisten in der Kategorie "Innovativstes Konzept" entgegen.

In Europa sollen in den nächsten 18 Monate insgesamt rund 25 bis 40 neue Geschäfte der US-Modemarke entstehen, erklärte Collyer gegenüber derhandel.de. "Deutschland ist für uns ein Schlüsselmarkt, darüber hinaus interessieren wir uns insbesondere für die Niederlande, Belgien und Österreich." Geplant seien Filialen vor allem in citynahen Einkaufszentren, aber auch 1a-Lagen kämen als Standorte in Betracht.

Neuer Hollister-Laden in Hamburg

Für Hollister sei die ECE ein "wichtiger Partner" bei der Expansion. Nach dem ersten deutschen Hollister-Laden im Frankfurter Einkaufszentrum MyZeil eröffnet der amerikanische Lifestyle-Anbieter das nächste deutsche Geschäft im November im Elbe-Einkaufszentrum (EEZ) in Hamburg.

Neben Hollister wurde der "ECE Retail Award 2010" an den Lingerie-Anbieter Triumph (Best Performer des Jahres) und den spanischen Modeanbieter Desigual (Newcomer des Jahres) vergeben.

Auch diese beiden Handelskonzepte kündigten eine weitere Expansion an. "Wir haben vor vier Jahren den Schritt in den Einzelhandel gewagt und werden Ende des Jahres mehr als 100 Geschäfte in Deutschland besitzen", erklärte Rolf Boje, Triumph-Vorstand, in seiner Dankesrede. "In den nächsten Jahren wollen wir über rund 600 Niederlassungen in ganz Europa verfügen."

Desigual wird nach dem Flagship-Store in Berlin in Kürze einen Store im Loop5 (bei Darmstadt) eröffnen und noch in diesem Jahr ins Elbe-Einkaufszentrum in Hamburg einziehen.

ECE-Chef: Boom bei neuen Einkaufszentren flacht ab

"Beim Bau neuer Einkaufszentren in Deutschland ist der Boom überschritten", bilanzierte ECE-Chef Alexander Otto vor rund 550 Geschäftsführern und Expansionsleitern aus dem Handel in der Hamburg Fischauktionshalle.

"Die Zahl der Neuentwicklungen wird abnehmen. Die Revitalisierung innerstädtischer Shopping-Zentren rückt in den Vordergrund", sagte Otto, der die Geschäftsführung der ECE vor 10 Jahren, am 1. Juli 2000 übernahm.

Als Beispiel für eine gelungen Aufwertung und Restrukturierung von bestehenden Objekten führte der Sohn des Unternehmensgründers Werner Otto die Hamburger Europa-Passage und das Center "Hamburger Meile" an.

In der ursprünglich von der Allianz betriebenen Europa-Passage habe man den Umsatz im Vergleich zum ersten Vorjahresquartal 2009 um 10 Prozent und die Besucherfrequenz um 16 Prozent steigern können.

Insgesamt konnten die Einzelhändler in ECE-Centern ihre Umsätze im ersten Quartal 2010 im Schnitt um 2,5 Prozent im Vorjahresvergleich verbessern, erklärte Otto.

Markteintritt der ECE in Spanien steht bevor

Potenzial für Neuansiedlungen sieht der ECE-Chef in Deutschland noch in mittelgroßen Städten, wie etwa Kaiserslautern. Das Unternehmen hat aktuell Center in Ludwigshafen und Saarbrücken im Bau, Frankfurt am Main und Koblenz kommen 2010 hinzu.

Europaweit betreibt ECE 116 Zentren in 12 Ländern, 21 sind in Bau oder Planung. In puncto Internationalisierung will sich die ECE künftig verstärkt nach Westeuropa orientieren. In wenigen Wochen ist der Markteintritt in Spanien mit der Übernahme eines ersten Centermanagements geplant, kündigte Otto an.