Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, zu der auch "Zeit" und "Handelsblatt" gehören, will mit einer zweigleisigen Strategie auch in Zukunft erfolgreich sein.

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, zu der auch "Zeit" und "Handelsblatt" gehören, will mit einer zweigleisigen Strategie auch in Zukunft erfolgreich sein. Im Interview mit der Zeitung "Welt am Sonntag" erklärte Jochen Gutbrod, der Finanzgeschäftsführer des Verlages, wie das Unternehmen den zukünftigen Herausforderungen begegnen werde. Zuletzt war das Unternehmen dadurch aufgefallen, dass es die unterschiedlichsten Internetportale kaufte. So sind zum Beispiel die Studentenplattform StudiVZ, ein Portal, auf dem man verschiedenstes mieten kann, sowie eine Partnervermittlungsseite im Verlagsbesitz.

Hinter dem Kauf dieser unterschiedlichen Internetseiten stecke jedoch keine Strategie, erklärt Gutbrod: "Bei den klassischen Medien kann man strategisch planen, nicht bei den neuen." Bewährte Geschäftsmodelle lassen sich nicht so einfach aufs Internet übertragen. So sei es beispielsweise ein Fehler des Verlages gewesen zu glauben, Nutzer würden online für Inhalte zahlen, gesteht Gutbrod. Die Geschäftsführung der Verlagsgruppe hat offensichtlich daraus gelernt, denn heute meint Gutbrod: "Es ist wichtig, ein Management zu haben, das unabhängig und unbelastet von Erfahrungen aus dem traditionellen Mediengeschäft seine eigenen Wege gehen kann." Dezentrale Organisation der Töchterfirmen sei ein wichtiger Grundsatz des Unternehmens, den sich der Verlag aus den USA abgeschaut habe.

Im Jahr 2006 setzte die Verlagsgruppe Holtzbrinck einen dreistelligen Millionenbetrag online um. Bis 2011 soll dieser Anteil auf rund 500 Millionen Euro anwachsen. Doch auch traditionelle Medien werden nicht vergessen. "Im vergangenen Jahr haben wir in das traditionelle Geschäft mit Zeitungen und Büchern eine höhere Summe investiert, als wir für den Kauf von ,StudiVZ' benötigten", sagt Gutbrod. Im Zeitungsgeschäft wird mit einem Auflagenrückgang von zwei Prozent pro Jahr gerechnet, was sich auf das Anzeigengeschäft auswirken wird, das zugunsten von Onlinewerbung zurückgehen soll. (KC)