Der Autohersteller Honda hat seine Deutschlandzentrale von Offenbach nach Frankfurt am Main verlegt und erhofft sich mit der neu eröffneten Niederlassung an "Deutschlands Automeile" neue Absatzimpulse.

Jährlich wechseln hier rund 50.000 Pkw, ob neu oder gebraucht, den Besitzer. Rund 1,1 Milliarden Euro setzen die 19 Autohäuser mit 30 angebotenen Marken pro Jahr um – die Hanauer Landstraße im Osten von Frankfurt am Main hat sich zu der "Automeile Deutschlands“ entwickelt.

Die Top-Lage zieht nicht nur Händler, sondern auch immer mehr Hersteller an: Die Fiat-Gruppe hat seit geraumer Zeit ihren Firmensitz an der "Hanauer“, gleich nebenan betreibt BMW seine florierende Rhein-Main-Niederlassung. Nun lässt sich auch der japanische Hersteller Honda, weltgrößter Motoren- und Motorradproduzent, im prosperierenden Ostend nieder.

Alter Firmensitz steht zum Verkauf

Seit Katsushi Inoue vor einem Jahr die Präsidentschaft in der einstigen Deutschlandzentrale in Offenbach übernommen hatte, wurden die schon länger gehegten Umzugspläne konkreter. Inzwischen stehen die Schreibtische der 150 Mitarbeiter bereits im Komplex der 2005 übernommenen und nun modernisierten Niederlassung in der Mainmetropole – und die Gebäude am alten Firmensitz zum Verkauf.

Mit dem Standortwechsel und vor allem mit der Neueröffnung der Niederlassung unter neuer Leitung erhofft sich Honda, den anhaltenden Absatzschwund beim Verkauf von Pkw und Motorrädern stoppen zu können.

0,8 Prozent Marktanteil im ersten Quartal

Foto: Honda
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Auf dem deutschen Automobilmarkt fielen die Asiaten nach den aktuellen Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg mit 5.493 Zulassungen im ersten Quartal 2013 auf einen Marktanteil von 0,8 Prozent.

"Das Honda Center Frankfurt ist mehr als ein Musterbetrieb. Es soll zur Belebung unserer deutschen Vertriebsaktivitäten beitragen. Wir sind sicher, aus der direkten Erfahrung am Verkaufspunkt wertvolle Erkenntnisse ziehen zu können", hofft Katsushi Inoue.

Clou des neuen "Flagship-Store“ ist eine "gläserne Motorradwerkstatt“. Hier kann der Kunde zuschauen, wie sein Zweirad repariert wird.

"Wir wollen damit Transparenz herstellen. Das kommt bei Motorradfahrern, die traditionell eine besondere Beziehung zu ihrem Gefährt pflegen, sicher sehr gut an“, erklärt Honda-Vizepräsident Günter Schnatz. Eine etwaige Ausweitung auf das Händlernetz sei allerdings nicht geplant. Deutschlandweit ist Honda derzeit an 320 Standorten vertreten.

Bernd Nusser