Das Ranking der begehrtesten Handelsstandorte der Welt zeigt sich stabil. Die Ladenmieten steigen weltweit nur moderat an, Premiumlagen sind nach wie vor ein knappes Gut.

Das internationale Maklerunternehmen CBRE verzeichnet in seinem aktuellen Ranking der teuersten Handelsdestinationen kaum Veränderungen.

Hongkong liegt mit Einzelhandelsmieten von 34.094 Euro pro Quadratmeter im Jahr an erster Stelle der Rankingliste und verzeichnet zusammen mit New York (21.641 Euro pro Quadratmeter jährlich) auf dem zweiten Platz, im ersten Quartal 2012 deutliche Steigerungen bei den Einzelhandelsmieten gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Sydney verteidigt mit 9.811 Euro pro Quadratmeter jährlich Position drei, gefolgt von Tokio (9.043 Euro pro Quadratmeter jährlich) und London (8.434 Euro pro Quadratmeter jährlich).

München und Frankfurt belegen dagegen mit 3.840 Euro und 3.600 Euro pro Quadratmeter im Jahr die Plätze 17 und 19.

Nachfrage nach Premiumflächen steigt

Weltweit stiegen die Einzelhandelsmieten um moderate 0,8 Prozent, die Nachfrage nach Premiumflächen bleibt laut CBRE in vielen Großstädten jedoch weiterhin hoch.

"Allerdings sind solche Premiumflächen in vielen Märkten knapp. Dies führt dazu, dass die Expansion vielerorts aufgrund des begrenzten Angebotes limitiert wird. Auch die grenzüberschreitende Expansion zieht an, da die Mittelschicht in den Emerging Markets wächst und dort Einzelhändler neue Wachstumschancen suchen", so Karsten Burbach, Head of Retail bei CBRE in Deutschland.

"US-Einzelhändler waren in letzter Zeit besonders aktiv. Das Problem sind aber auch hier fehlende Flächen in Bestlagen der Top-Städte Europas. Da sich ein Großteil der im Bau befindlichen Flächen in Westeuropa jedoch außerhalb der Hauptstädte befindet, wird sich dieses Problem kurzfristig nicht lösen lassen und treibt die Mieten an einigen Standorten weiter in die Höhe", erläutert Burbach.

Nord- und Südamerika mit größtem Wachstum

Mit einem Wachstum von 3,4 Prozent bei den Einzelhandelsmieten gaben Nord- und Südamerika im Quartalsvergleich den Ton an. Grund für den enormen Anstieg war vor allem die beträchtliche Nachfrage in einigen US-Städten, wie beispielsweise Washington D.C., Miami und Seattle.

Der positiven Entwicklung anschließen konnte sich die Region Asien-Pazifik aufgrund von starkem Interesse internationaler Einzelhändler für Mode und Luxusgüter. Dabei erzielte die Region ein Quartalswachstum von 0,5 Prozent.

Die Nachfrage vieler amerikanischer Retailer in der Region EMEA (West-und Osteuropa, Naher Osten und Afrika) war stabil, dennoch hatten einige Märkte mit kräftigen Mietrückgängen zu kämpfen. Negativ war insbesondere die Entwicklung in Athen und Belgrad in der Rangliste von CBRE. Dies führte zu einem durchschnittlichen Rückgang von minus 0,2 Prozent in der EMEA-Region.

"Insgesamt gab es im ersten Quartal 2012 mehr positive Aspekte als in dem vorherigen Berichtszeitraum. Die Konsumneigung der Verbraucher hat sich verbessert und die Emerging Markets profitieren von einer stabilen Nutzernachfrage und neuen Einkaufszentren. Die steigende Nachfrage nach modernen, qualitativ hochwertigen Einzelhandelsflächen in den Emerging Markets hat zu einem Boom bei der Entwicklung von Shopping-Centern geführt, was den Retailern erleichtert, in diese Märkte einzusteigen", kommentiert Burbach abschließend.