Gewinnen, weil andere verlieren. Hornbach ist ein Profiteur der Praktiker-Pleite. Zudem spürt der Baumarktbetreiber aus der Pfalz das prächtige Frühjahrswetter.

Der Baumarktbranche geht es ähnlich wie dem Drogeriemarkt. Dort profitierten die Konkurrenten vom Ende von Schlecker. Das Ende von Praktiker/Max Bahr wiederum half den Baumärkten. "Alle Betreiber haben da einen gewissen Rückenwind", sagte Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Holding, als er an diesem Donnerstag die Halbjahresbilanz (Stichtag 31. August) des Unternehmens vorstellte.

Und diese fällt gut aus: Der milde Frühling hat dem Geschäft der Hornbach AG geholfen. Der Umsatz im ersten Halbjahr stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nominal um 7,9 Prozent auf 1,97 Milliarden Euro, der Gewinn wuchs um knapp 13 Prozent auf 97,2 Millionen Euro. Das Konzernbetriebsergebnis (Ebit) verbesserte sich um 10,4 Prozent auf 152,7 Millionen Euro.

Während der Umsatz im ersten Quartal wegen des guten Wetters um 16 Prozent stieg, betrug das Plus im zweiten Quartal nur 0,2 Prozent. Zur Begründung hieß es, wegen der Lage von Feiertagen habe es drei Verkaufstage weniger gegeben als im starken Vorjahresquartal. Der größte Konzernbereich Baumarkt AG erzielte ein Umsatzplus von 8,2 Prozent auf nunmehr rund 1,85 Milliarden Euro.

Jetzt auch mit Kompaktformat

"Unser dynamischer Wachstumskurs ist ungebrochen", sagte Albrecht Hornbach. Sechs ehemalige Filialen von Praktiker/Max Bahr sind in der Hornbach-Kette aufgegangen, etwa 400 Mitarbeiter wurden dabei übernommen. Für die notwendigen Umbauarbeiten an den Immobilien hat das Unternehmen bisher 6,7 Millionen Euro ausgegeben. Weitere Märkte des ehemaligen Mitbewerbers will Hornbach sich nicht einverleiben, hieß es.

Im ersten Halbjahr eröffnete der Baumarktfilialist mit Sitz in Bornheim/Pfalz insgesamt fünf neue Märkte, zwei wurden geschlossen. Neu ist dabei ein Kompaktformat mit nur 800 Quadratmetern Fläche am Standort Bad Bergzabern. Derzeit betreibt Hornbach insgesamt 144 Märkte, davon 95 in Deutschland mit einer Gesamtfläche von 1.014.900 Quadratmetern. Die durchschnittliche Filialgrüße beträgt 11.600 Quadratmeter.

Spaß mit dem Onlinegeschäft

Mit Freude blickt Hornbach auf das eigene Onlinegeschäft, "das macht viel Spaß", sagte Finanzchef Roland Pelka, ohne jedoch Zahlen zu nennen. "Niemand macht das so systematisch wie wir", lobte Albrecht Hornbach den eigenen E-Commerce-Bereich.

Ebenso zufrieden ist der Unternehmenschef mit dem Abschneiden im "Kundenmonitor Deutschland 2014". Demnach wählten die Verbraucher Hornbach wie im Vorjahr zum beliebtesten Baumarkt. Auf Platz zwei und drei folgen Globus Baumarkt und Hagebau.

Bis zum Ende des Geschäftsjahres Ende Februar 2015 kalkuliert Hornbach mit einem Umsatzplus, das über dem Vorjahreswert von 4,3 Prozent liegen soll.