Die europäische Wirtschaftskrise und die winterliche Witterung verhageln den Hornbach-Baumärkten das Geschäft. Der Konzern hält jedoch an seinen Expansionsplänen fest.

Die Hornbach-Gruppe hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2012/2013 (Stichtag: 28. Februar 2013) um 0,8 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro erhöht. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag mit 145,9 Millionen Euro unter dem Rekordwert des Vorjahres (169,1 Millionen Euro). Dies teilte das Unternehmen gestern auf einer Pressekonferenz in Frankfurt mit.

Hauptursache für den Gewinnrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr war laut Vorstandsvorsitzendem Albrecht Hornbach die beschleunigte Rezession, die seit Sommer 2012 die Konsumstimmung in weiten Teilen Europas belastet. "Wir haben unter äußerst schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Stehvermögen gezeigt. Dank fünf neuer Märkte haben wir den Konzernumsatz nochmals leicht verbessert", so der Vorstandschef.

Verbrauchen im europäischen Ausland verunsichert

Wegen der konjunkturbedingten Umsatzeinbußen in den Auslandsmärkten sei es nicht möglich gewesen, mit dem Ertragsniveau des sehr guten Vorjahres Schritt zu halten. Hornbach betreibt Baumärkte in Österreich (11), Niederlande (9), Tschechien (8), Luxemburg (1), Schweiz (6), Schweden (4), Slowakei (2) und Rumänien (5). "In etlichen Ländern Europas sind Verbraucher, Unternehmer und Investoren tief verunsichert", so Albrecht Hornbach.

Im deutschen Markt konnte das Familienunternehmen das Rekordniveau des vergangenen Jahres jedoch wieder erreichen und flächenbereinigt bei den Umsätzen um 1,4 Prozent zulegen. Außerhalb Deutschlands gingen die Umsätze auf vergleichbarer Fläche um 3,2 Prozent zurück. Hierzulande betreibt Hornbach 92 Bau- und Heimwerkermärkte und ist am Umsatz gemessen hinter Obi und Bauhaus die Nummer Drei der Branche (Marktanteil 2012: 9,3 Prozent).

Branche erlebt "fürchterliches Frühjahr"

Die gesamte Branche durchlebt derzeit ein "fürchterliches Frühjahr", wie Finanzvorstand Roland Pelka formulierte. Laut Branchenverband BHB betrugen die Umsatzeinbußen im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt 24 Prozent. Im reinen Gartenbereich wird von Einbrüchen von 50 bis 70 Prozent gesprochen.

"Einen Frühjahr wie zum Beginn dieses Geschäftsjahres haben wir noch nie erlebt. Der in weiten Teilen bis in den Mai andauernde Winter hat die Kunden auf Eis gelegt", sagte Albrecht Hornbach. Bei Hornbach liege man besser als der Markt, müsse jedoch aufgrund der Kaufzurückhaltung der Gärtner in diesem Jahr Erlösrückgänge im einstelligen Prozentbereich verzeichnen, wie Finanzvorstand Pelka ausführte.

"Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir im Jahresverlauf wieder Boden gut machen können und werden uns von unseren Expansions- und Investitionen nicht abbringen lassen", erklärte Albrecht Hornbach.

Vier Markeröffnungen sind im laufenden Geschäftsjahr geplant: Zwei in Bratislava (Slowakei), und jeweils ein Markt in Helsingborg (Schweden), Nieuwerkerk (Niederlanden) und Heidelberg. Bei letzteren handelt es sich um einen Ersatzstandort. Insgesamt 190 Millionen Euro, 150 Millionen davon in den Teilkonzern der Hornbach Baumarkt AG, will der Konzern investieren.

Onlinegeschäft weiter ausbauen

Eine wachsende Bedeutung hat für Hornbach dabei auch der E-Commerce: "Unsern Onlineshop soll künftig noch mehr zum Ergebnis beitragen", erklärte der Vorstandschef. 50.000 Produkte bietet der Internet-Shop, zwei von drei Artikeln lassen sich per Click&Collect bundesweit online zur Abholung reservieren, wovon laut Hornbach insbesondere Handwerker regen Gebrauch machen.

"Der Shop trägt mit vielen Produktinformationen und Anleitungen sowie mehr als 40 Erklärvideos zur Kundenbindung und zur Markenpflege bei." Auch die Preistransparenz des Internets sei für das Unternehmen ein Vorteil, da man im Internet wie im stationären Handel die Preisführerschaft innehabe.

Nach dem Start im Februar dieses Jahres in Österreich will Hornbach den Onlineshop sukzessive in alle acht Auslandsmärkte exportieren. Als nächstes Land steht die Schweiz auf der Agenda. Rund 10 Millionen Euro habe man im vergangenen Geschäftsjahr in den seit 2010 bestehenden Shop investiert.

"Es ist gar nicht so trivial, zu berechnen, ob man im Internet Geld verdient", sagte Hornbach auf die Frage zur Profitabilität des Shops. "Wenn man nur auf die Umsätze schaut, wird es noch etwas dauern. Wenn man auf die Kundenbindung, die Marktpräsens und die Effekte der Preistransparenz schaut, dann lohnt es sich bereits".

Prognose nur leicht korrigiert

Trotz des schwachen Jahresauftakts korrigiert der Konzern seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2013/14 nur leicht nach unten. "Realistischerweise wird es schwierig die Umsätze des Vorjahres zu halten. Ursprünglich hatte wir mit mehr geplant", sagte Finanzvorstand Pelka. Der Konzernumsatz im aktuellen Geschäftsjahr soll den Vorjahreswert dennoch "leicht übertreffen". Das Betriebsergebnis (EBIT) des Hornbach Holding AG Konzerns wird nach der Unternehmensprognose "in etwa auf oder leicht unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2012/2013 liegen".