Zwei Baumarktketten, zwei Szenarien: Hornbach reagiert auf die Konsumzurückhaltung, Praktiker steht vor der Ausgabe neuer Aktien.

Innerhalb von acht Wochen hat Hornbach seine ohnehin schon bescheidene Prognose für das Geschäftsjahr 2012/2013 (Ende am 28. Februar 2013) korrigiert. Nach unten. Die Baumarktkette teilt an diesem Dienstag mit, dass sie mit einem Konzernumsatz von 3 Milliarden Euro rechnen werde. Das entspricht dem Vorjahresniveau. Ende September hatte Hornbach noch mit einem Umsatzwachstum im "unteren einstelligen Prozentbereich" gerechnet. Die Korrektur dieser Annahme begründet das Unternehmen mit der Konsumeintrübung in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres.

"Wegen der schwächeren Umsatzentwicklung wird auch die Ertragsprognose angepasst", teilt Hornbach weiter mit. Hier erwartet das Unternehmen dass das Betriebsergebnis (Ebit) im Geschäftsjahr 2012/2013 unter dem des Vorjahres (128 Millionen Euro) liegen wird.

Berenberg Bank begleitet Kapitalerhöhung von Praktiker

Unterdessen wird bei Praktiker voraussichtlich noch in dieser Woche die geplante Kapitalerhöhung umgesetzt, die einen Bruttoemissionserlös von 60 Millionen Euro erbringen soll. Der Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Juli, das Grundkapital von 58 Millionen auf bis zu rund 115 Millionen Euro zu erhöhen, ist am Montagabend beim Amtsgericht Saarbrücken in das Handelsregister der Gesellschaft eingetragen worden, teilt die Baumarktkette mit.

Die Kapitalerhöhung und der Bezugsrechtshandel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse werden laut Praktiker über die Berenberg Bank abgewickelt. Die Bezugsfrist beginnt voraussichtlich am Freitag (30. November) und endet am 13. Dezember. Der Bezugsrechtshandel beginnt ebenfalls am Freitag und endet am 11. Dezember.

Abgesichert wird die Kapitalerhöhung durch eine Back-Stop-Vereinbarung mit der Donau Invest Beteiligungs Ges.m.b.H., die sich unter bestimmten Bedingungen bereit erklärt hat, nicht gezeichnete Aktien im Umfang von bis zu 35 Millionen Euro zu übernehmen.

Erster Handelstag am 19. Dezember

Sollten auch nach Inanspruchnahme dieser Vereinbarung noch nicht alle Aktien zugeteilt sein, würden die verbliebenen neuen Aktien interessierten Investoren im In- und Ausland (außer USA, Kanada, Japan und Australien) im Rahmen einer Privatplatzierung angeboten. Die danach verbleibenden Aktien werden auf Basis einer unter den marktüblichen Bedingungen stehenden Übernahmevereinbarung von der Berenberg Bank übernommen.

Erster Handelstag der neuen Praktiker-Aktien soll voraussichtlich der 19. Dezember sein.