Die Baumarktkette Hornbach konnte im vergangenen Geschäftsjahr im In- und Ausland deutlich zulegen. Auch in den ersten fünf Monaten dieses Jahres entwickelten sich die Umsätze positiv.

Eine Ergebnissteigerung von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, eine Eigenkapitalquote von rund 40 Prozent und nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von rund 700 Millionen Euro: Solche Kennzahlen haben nicht nur im deutschen Einzelhandel derzeit Seltenheitswert. Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Holding AG und Aufsichtsratsvorsitzender der Hornbach Baumarkt AG, konnte sie am heutigen Mittwoch auf der gemeinsamen Bilanzpressekonferenz der beiden AGs vermelden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 (Stichtag: 28. Februar 2009) konnte die Hornbach Holding AG ihren Umsatz auf 2,752 Milliarden Euro steigern, was einem Plus von 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Bereinigt um die Flächen der vier neu hinzugekommen Märkte (Hamburg, Schweden, Rumänien, Schweiz) verbesserten sich die Umsätze der Bau- und Gartenmärkte um 1,4 Prozent. Auch in Deutschland wuchsen die Umsätze auf vergleichbarer Fläche gegen den Branchentrend (Gesamtmarkt 2008: minus 2 Prozent) um 1,2 Prozent.

Operatives Ergebnis wächst überproportional um 17 Prozent

Das Betriebsergebnis, unbeeinflusst von Zinsen und Steuern (EBIT), stieg überproportional zum Umsatz um 70 Prozent auf 179,1 Millionen Euro. Grund für dieses außergewöhnliche Wachstum waren in erster Linie Veräußerungserlöse aus Immobiliengeschäften.

Insbesondere drei Sale-and-Lease-Back-Transaktionen sowie Grundstücksverkäufe spülten Geld in die Kassen des Bornheimer Konzerns. Diesen "nicht-operativen Ergebnisbeitrag" bezifferte Finanzvorstand Roland Pelka auf 45,5 Millionen Euro, so dass sich das operative Ergebnis bereinigt um die Sondergewinne um 17 Prozent auf 133,6 Millionen Euro verbesserte.

"Höhere Umsätze auf vergleichbarer Fläche, reduzierte Personalkosten und eine leicht verbesserte Handelsspanne", nannte Hornbach als Gründe für die deutliche  Ergebnisverbesserung. Die Märkte des Konzerns erzielen mit 2.140 Euro pro Quadratmeter die höchste Flächenproduktivität in der DIY-Branche. Der Durchschnittsbon beläuft sich auf 34,50 Euro.

Im In- und Ausland mit 130 Bau- und Gartenmärkten präsent

Im In- und Ausland betreibt Hornbach derzeit insgesamt 130 großflächige Bau- und Gartenmärkte, 92 davon befinden sich in Deutschland, 37 verteilen sich auf die Auslandsstandorte Schweden, Niederlande, Österreich, Schweiz, Tschechien, Luxemburg und Rumänien.

Im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 kommen mit dem im März 2009 eröffneten dritten Standort in Rumänien (Brasov) und dem zum Jahresende geplanten fünften Standort in der Schweiz (Galgenen) zwei neue Märkte hinzu.

Positive Umsatzentwicklung in den ersten fünf Monaten

Die Investitionen will der Konzern in diesem Jahr zurückfahren und angesichts der Ungewissheiten über die weitere wirtschaftliche Entwicklung "auf Sicht fahren". 130 Millionen Euro hatte der Gesamtkonzern im vergangenen Jahr investiert, mehr sollen es in diesem Jahr nicht werden.

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres und damit im ersten Quartal des neuen Hornbach-Geschäftsjahres haben  sich die Umsätze in den Baumärkten laut Albrecht Hornbach auf vergleichbarer Fläche erneut "positiv entwickelt". "Wir spüren keine negativen Auswirkungen der Krise", sagte der Familienunternehmer. "Unsere Stärken sind Kontinuität und Verlässlichkeit. Gerade in Krisenzeiten honorieren dies unsere Kunden".

Nur zwei Neueröffnungen geplant, Liquidität ist Trumpf

Eine genaue Umsatz- oder Ergebnisprognose wagte der Konzern nicht. "Wir wollen ein besseres Ergebnis erzielen als im Geschäftsjahr 2006/07", sagte Finanzchef Roland Pelka. Im Jahr 2006/07 hatte der Konzern ohne Sondereffekte aus Immobiliengeschäften ein EBIT von 119 Millionen Euro erwirtschaftet. Bezüglich der Umsatzentwicklung im Gesamtkonzern geht Pelka von einem Wachstum im "unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich" für das laufende Geschäftsjahr aus.

"Bisher zeigt sich der private Konsum robust. Wir sehen uns darüber hinaus auch für den Fall, dass die Krise im Einzelhandel ankommt gut gerüstet", ergänzte Firmenchef Hornbach. Angesichts der bestehenden Unsicherheiten werde man sich auf die beiden geplanten Neueröffnungen beschränken, um genügend Liquiditätsreserven für das laufende Geschäftsjahr zu besitzen. Seine Grundhaltung für das laufende Geschäftsjahr beschrieb Hornbach als "vorsichtig optimistisch". Wenn es die äußeren Rahmenbedingungen zuließen, könne man das Wachstumstempo gegebenenfalls auch erhöhen.

Das Motto heißt: "Cash is King"

Neben einer für den Einzelhandel traumhaften Eigenkapitalquote von 39,1 Prozent auf Ebene der Holding und 41,5 Prozent auf Ebene der Hornbach Baumarkt AG verfügt der Gesamtkonzern laut Pelka über "nicht ausgenutzte Kreditlinien" in Höhe von insgesamt 735 Millionen Euro.

Den in der Baumarktbranche üblichen Fusions- und Übernahmegerüchten erteilte Albrecht Hornbach dennoch die ebenso übliche Absage - der börsennotierte Familienkonzern (37,5 Prozent der Holding-Anteile liegen in der Hand der Hornbach Familien Treuhand GmbH) setzt weiter auf konservatives, organisches Wachstum. Unser Motto lautet "Cash is King", begründete Pelka das komfortable Liquiditätspolster. "Man sieht ja aktuell, was geschieht, wenn Unternehmen in der momentanen Situation in Abhängigkeit von Kreditlinien und Banken geraten."