Gewonnen beim Umsatz, verloren beim Betriebsergebnis. Vor allem das dritte und vierte Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres belasten Hornbach. Davon unbeirrt plant der Baumarktbetreiber die Zukunft.

Wenn bei einem Handelsunternehmen die Flächenproduktivität stimmt, schlägt sich das auch auf die Umsätze nieder. So beträgt bei Hornbach die Produktivität mehr 2.000 Euro pro Quadratmeter - das ist neuer Rekord. Der Gesamtumsatz des Baumarktbetreibers im Geschäftsjahr 2015/2016 betrug rund 3,8 Milliarden Euro - das ist eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,1 Prozent, wie das Unternehmen an diesem Dienstag mitteilt.

Das Konzernbetriebsergebnis (Ebit) sank allerdings deutlich um rund 17 Prozent auf 138 Millionen Euro. Hornbach begründet dies mit dem schwachen dritten Quartal 2015/16 sowie nicht-operativen Sondereffekten im vierten Quartal. Schon Ende 2015 meldete das Unternehmen einen Gewinneinbruch.

Digital wachsen, lautet die Devise

Trotzdem forciert Unternehmen seine Digitalstrategie und stellt die "Weichen für künftiges Wachstum", wie es Unternehmenschef Alfred Hornbach laut Mitteilung formuliert. "Von diesem Kurs lassen wir uns auch nicht von einem schlechten Quartal abbringen." Seit 2010 habe sein Unternehmen einen dreistelligen Millionenbetrag in den Ausbau des digitalen Geschäftsmodell investiert, "fast 50 Millionen Euro allein im vergangenen Geschäftsjahr", betont Alfred Hornbach.

Der wichtigste operative Teilkonzern Hornbach Baumarkt AG steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2015/2016 insgesamt um 5,3 Prozent auf 3,53 Milliarden Euro. Nach der jüngsten Eröffnung in Innsbruck am Montag betreibt Hornbach aktuell 154 Bau- und Gartenmärkte in neun europäischen Ländern.

Drittes Quartal verlief schlecht

Flächen- und währungsbereinigt legten die Umsätze nur um 2,6 Prozent zu. Das Betriebsergebnis (Ebit) des Teilkonzerns gab im gleichen Betrachtungszeitraum um 17,8 Prozent auf 90,2 Millionen Euro nach. Als Hauptursachen gibt Hornbach das schwache dritte Quartal (1. September bis 30. November 2015) und eine niedrigere Handelsspanne zu Lasten der Ertragsentwicklung des operativen Geschäfts an.

Überdies belasteten nicht-operative, außerplanmäßige Abschreibungen im vierten Quartal in Höhe von rund 12,6 Millionen Euro fast ausschließlich den Ergebnisausweis in Deutschland, heißt es weiter. Die Ertragskraft des internationalen Geschäfts konnte dagegen kumuliert über zwölf Monate nochmals zulegen.