Das Konzept von Hugo Boss, mehr und mehr als vertikaler Modehändler aufzutreten, zahlt sich auch 2012 aus. Die Ziele des schwäbischen Unternehmens bleiben ehrgeizig.

Der Modekonzern Hugo Boss hat im vierten Quartal des Jahres 2012 kräftig zugelegt und das zurückliegende Jahr insgesamt positiv abgeschlossen. Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs sagte in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus", das Unternehmen habe seine Prognosen erfüllen, und damit Umsatz und Gewinn um weitere zehn Prozent gegenüber 2011 steigern können. "Obwohl es 2012 in vielen Ländern wirtschaftlich schwierig war, hatte Hugo Boss ein gutes Jahr."

2011 war das bislang stärkste Jahr für Hugo Boss gewesen. 2012 war laut Lahrs "gerade auch das vierte Quartal" sehr zufriedenstellend.

Damit fällt die Bilanz des Unternehmens besser aus als der Branchentrend.

An seinem Ziel, bis zum Jahr 2015 den Umsatz auf drei Milliarden Euro zu steigern, hält Lahrs fest. "Eine wichtige Entscheidung ist, dass wir unser Geschäftsmodell verändert haben." Lange habe Boss vor allem Partner wie Modehäuser und Einzelhändler beliefert. Diese hätten bis vor kurzem noch 75 Prozent des Umsatzes ausgemacht.

Mittlerweile betreibe Hugo Boss mit Sitz im schwäbischen Metzingen aber weltweit knapp 800 eigene Filialen. "2012 haben wir etwa 50 Prozent unseres Umsatzes mit eigenen Läden und Flächen gemacht", sagte Lahrs. Die Deutschen sind nach Ansicht des Hugo-Boss-Chefs keine Modemuffel mehr: "Den Deutschen nachzusagen, sie seien schlecht gekleidet, ist ignorant."