Das vertikale Prinzip verhilft Hugo Boss zu guten Quartalszahlen. Denn dank dem eigenen Einzelhandel legte der Modekonzern deutlich zu. Und dieser Erfolg soll ausgebaut werden.

Ein gutes Geschäft in den eigenen Läden hat dem Modekonzern Hugo Boss im zweiten Quartal ein kräftiges Plus beschert. Der Umsatz sei um fünf Prozent auf 559 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Metzingen mit. Der Gewinn kletterte um 18 Prozent auf 62,8 Millionen Euro.

Im gesamten ersten Halbjahr verzeichnete Hugo Boss im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzanstieg von 4 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Stärkste Region war Europa, aber auch in Amerika, Asien, Australien und Japan legte das Unternehmen zu.

Eigener Einzelhandel soll zweistellig wachsen

Beim Großhandel ging - im Gegensatz zum weiterhin florierenden Einzelhandel - der Umsatz in lokalen Währungen um sechs Prozent zurück. Unter anderem habe die Übernahme von Verkaufsflächen, die früher von Großhandelspartnern betrieben wurden, die Entwicklung belastet, hieß es bei dem Unternehmen. Hugo Boss übernimmt immer mehr von Franchise-Partnern bewirtschaftete Verkaufsflächen und betreibt diese dann selbst. Das stärkt den konzerneigenen Einzelhandel, den Hugo Boss mittelfristig zum größten Absatzkanal ausbauen will.

Die Zahl der eigenen Geschäfte sei in den ersten sechs Monaten um netto 18 auf 1.028 Standorte ausgebaut worden, (31. Dezember 2013: 1.010), teilt das Unternehmen mit. 37 Neueröffnungen und 14 Übernahmen bislang von Großhandelspartnern geführter Flächen stünden 33 Schließungen überwiegend kleinerer Standorte gegenüber. Der Konzern plane 2014 ohne Berücksichtigung von Übernahmen rund 50 neue Stores zu eröffnen.

Konzernchef Claus-Dietrich Lahrs bestätigte zudem die Prognosen für das laufende Jahr. Im eigenen Einzelhandel rechne der Konzern erneut mit einem zweistelligen Zuwachs, auch beim Großhandel werde sich der Umsatz in der zweiten Jahreshälfte deutlich besser entwickeln. Bei Hugo Boss arbeiten derzeit knapp 12.500 Mitarbeiter.