Vor dem angekündigten Angriff auf die Fuhrparks will der koreanische Hersteller Hyundai mit dem Veloster erst noch seine kreative Kompetenz unter Beweis stellen.

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat auf dem Weg zum automobilen Weltmarktführer den wahren Widersacher längst ausgemacht. Nicht der (Noch)-Primus Toyota sei der „gefährlichste Wettbewerber", sondern Hyundai. Die Koreaner liegen mit Blick auf das Absatzvolumen im Verbund mit der Schwestermarke Kia derzeit zwar auf Rang 5. Doch in Seoul reifen mindestens so ehrgeizige Pläne wie in Wolfsburg.

80.000 Zulassungen in 2011 geplant

In Deutschland gehörte Hyundai 2009 zu den Hauptprofiteuren der Abwrackprämie, 2011 liegt die Marke nach den ersten sieben Verkaufsmonaten mit 22,4 Prozent im Plus und strebt zum Jahresende rund 80.000 Zulassungen an. Der i20 und der i30, zwei praktische und qualitativ ansprechende Modelle im Klein- und Kompaktwagensegment, sowie der Kompakt-SUV ix35 sind derzeit die Verkaufsschlager der Neckarsulmer Importeurszentrale.

Bevor Hyundai ab Herbst nun mit dem Mittelklassekombi i40 CW den angekündigten Angriff auf die Firmenflotten startet, wollen die Asiaten noch schnell beweisen, dass sie auch kreative Designerstücke auf die Räder stellen können. Mit dem i40 CW rollt am 25. September nämlich auch noch der Veloster zu den Händlern. „Ein Blickfang im Showroom", umschreibt Hyundai-Deutschlandchef Werner H. Frey die Bedeutung des futuristischen Coupés für die Marke.

Drei Türen als Alleinstellungsmerkmal

Zwar erschließt sich weder dem Betrachter noch dem Nutzer, warum das Auto ausgerechnet drei Türen (eine auf der Fahrer-, zwei auf der Beifahrerseite) haben muss, doch immerhin können sich die Designer rühmen, ein Unikat kreiert zu haben - vom Mini Clubman mit einem ähnlichen Türkonzept einmal abgesehen. So zielt der Veloster in erster Linie auf Effekte und Emotionen und soll die Kunden in die Verkaufsräume locken.

Das große Volumenmodell wird der Veloster sicher nicht. Das weiß auch Frey, der im laufenden Jahr noch 1.500 und 2012 insgesamt 3.000 Einheiten vorzugsweise an die männlichen Interessenten bringen will.

Der erfahrene Automobilmanager möchte die Vorstellung des Velosters aber auch als Demonstration der Kompetenz und Potenz des aufstrebenden Konzerns verstanden wissen: „Während sich andere aus den Nischen verabschieden, besetzen wir sie zusätzlich."

Preise ab 21.600 Euro

Der ungewöhnliche Wagen, der auch noch über eine weit ins Dach hinein reichende Heckklappe verfügt, wird zu Preisen ab 21.600 Euro ausschließlich mit einem 1,6 Liter Benzinmotor (103 kW/140 PS) angeboten. Später soll noch eine leistungsstärkere Variante mit „rund 200 PS" folgen. Ein Diesel ist nicht vorgesehen.

So wird sich der Veloster wohl kaum auf Firmenparkplätze verirren - dort sollen aber bald umso mehr i 40 CW stehen. 

 
Ein Interview mit Kai Hesselbach, dem Leiter Großabnehmer/Flotte der Hyundai Motor Deutschland GmbH, zu den Ambitionen des Herstellers auf dem deutschen Flottenmarkt, lesen Sie im Rahmen unserer umfangreichen IAA-Vorberichterstattung in der September-Ausgabe von Der Handel, die am 7. September 2011 erscheint.

Bernd Nusser