Nach den Erfolgen auf dem Privatkundenmarkt möchte Hyundai mit immer mehr "Business-Centern" und einer Modell-Offensive künftig auch verstärkt gewerbliche Kunden gewinnen.

Jürgen Klinsmann war eigens aus dem 25 Grad warmen Kalifornien ins feucht-frostige Bayern eingeflogen, um zu dokumentieren, dass er seinen Job als Markenbotschafter des asiatischen Automobil-Herstellers Hyundai ernst nimmt. Ebenso professionell wie sympathisch stellte sich der einstige Fußball-Nationalspieler, frühere Teamchef und Kurzzeit-Trainer des FC Bayern München anlässlich der Präsentation des neuen Modells ix20 den Fragen der Journalisten.

Bekanntheitsgrad und Markenanteile steigen

Seit Jahren schon setzen die Koreaner in ihrer Kommunikation auf die Trumpfkarte Fußball, um sich als sportliche, dynamische und vor allem familienfreundliche Marke zu positionieren. Mit der Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland steht 2011 der nächste Höhepunkt an. Und die Sponsoren-Millionen zahlen sich aus: Bekanntheitsgrad und Marktanteil steigen kontinuierlich. Zumindest was das Geschäft mit Privatkunden angeht.

Seit Werner H. Frey vor drei Jahren die Geschäftsführung der Deutschland-Zentrale in Neckarsulm übernahm, versucht er Hyundai auch verstärkt ins Flottengeschäft zu führen. „Wir wollen eine stabile, zweite Säule aufbauen", umschreibt der Manager die Ambitionen. 20 sogenannte „Business-Center" seien bereits entstanden, weitere 20 kämen in absehbarer Zeit hinzu und insgesamt sind „80 bis 100" auf gewerbliche Kunden spezialisierte Händler geplant.

Neuer Mittelklasse-Kombi kommt 2011

Derzeit gehen in Deutschland lediglich zwölf Prozent der gesamten Hyundai-Zulassungen in die relevante Flotte. Zieht man davon den Transporter H-1 ab, bleiben nicht mehr allzu viele Pkw übrig, die dienstlich genutzt werden.
Das soll sich schon im kommenden Jahr ändern.

Foto: Hyundai
Foto: Hyundai
Dann steht endlich der Nachfolger der Mittelklasse-Baureihe Sonata zur Verfügung, der auf das Kürzel i40 hören wird. „Wir werden zuerst den Kombi einführen. Das zeigt, welche Bedeutung wir dem Flottengeschäft beimessen", erklärt Frey. 800 potenziellen Kunden aus dem gewerblichen Bereich hätte man das Fahrzeug vorab schon einmal präsentiert. Frey ist überzeugt: „Das ist das richtige Auto."

Sieben neue Modelle im nächsten Jahr

Überhaupt kündigen die Koreaner eine große Offensive an: Sieben neue Modelle sind für das kommende Jahr geplant, bis 2015 will Hyundai mit insgesamt 16 Baureihen vertreten sein.

Doch schon die nahe Zukunft bringt Neuigkeiten: Vom 26. November bis zum 3. Dezember steigt bei den Händlern das Einführungsfest für den ix20, das Schwestermodell des praktisch baugleichen Kia Venga.
 

Kleiner Van - ohne Allradantrieb

Zur Startparty haben die Vertriebspartner aber auf jeden Fall Aufklärungsarbeit zu leisten. Seit sich Hyundai nämlich von Namen wie „Atos" oder „Getz" verabschiedet hat, stand das Kürzel „ix" in der neuen Nomenklatur des Hauses für allradgetriebene Fahrzeuge. Der ix20 ist allerdings kein Geländewagen, sondern ein frontgetriebener Kompaktvan, der sich auf 4,10 Meter Gesamtlänge mit einem maximalen Stauvolumen von 1.486 Liter-Volumen ebenfalls für den Arbeitseinsatz empfiehlt.

Die Preisliste beginnt bei 14.690 Euro für den 1,4-Liter-Benziner mit 66 kW/90 PS.
Flottenverantwortliche schauen eher nach dem gleich starken Common-Rail-Diesel (ab 16.490 Euro), der mit lediglich 4,5 Litern auskommen soll. Gegen 400 Euro Aufpreis reduziert sich der Normverbrauch in der verbrauchsoptimierten Variante „blue" sogar auf 4,3 Liter.

Fünf Jahre Garantie

Neben einer umfangreichen Serienausstattung setzt Hyundai wie schon beim ix35 auch beim ix20 auf eine überdurchschnittliche Gewährleistung und bietet eine Fünf-Jahres-Garantie inklusive Lackierung sowie fünf Jahre Mobilitätsgarantie. Zudem übernehmen teilnehmende Händler fünf kostenlose Wartungen in den ersten fünf Jahren.

Bernd Nusser