Die Deutschen gönnten sich 2009 weniger Süßes als im Vorjahr, doch für die Hersteller von Knabberartikeln lief es ausgezeichnet. Die Branche hofft auf Impulse durch die Fußball-WM in Südafrika.   

Die Produktionsmenge von Knabberartikeln stieg 2009 nach Schätzungen des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) um 1,8 Prozent, der Wert sogar um 8,4 Prozent.

Der Trend gehe in der Krise offenbar zum "Sich-zuhause-Einigeln und Naschen" , sagte der stellvertretende BDSI-Vorsitzende Tobias Bachmüller auf der Internationalen Süßwarenmesse (ISM) in Köln, die ihre Tore am Sonntag geöffnet hat.

Fußball-WM als Umsatzturbo

Für das laufende Jahr hofft der Verband, dass die Konsumlaune der Deutschen trotz möglicherweise steigender Arbeitlosenzahlen anhält. Inbesondere die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft in Südafrika soll für mehr Absatz sorgen. Knabberatikel dürften von diesem Ereignis am meisten profitieren.

Der Nüsse-Spezialist Ültje etwa zeigt auf der ISM ein neues Produkt mit südafrikanischen "Chakalaka"-Gewürzen ein. Ültje-Geschäftsführer Guido Wolf schätzt, dass die WM 2010 ein Umsatzplus von rund ein Prozent ausmachen wird.

Produktion von Schokolade geht zurück

Hersteller von klassischen Süßwaren-Sortimenten blicken gespannt auf 2010 nach einem schwierigen Jahr 2009. Die Produktion von Schokolade und feinen Backwaren ging in der Menge um 3 Prozent und im Wert um 1,1 Prozent zurück.

Trotzdem habe sich die deutsche Süßwarenindustrie insgesamt relativ gut behauptet, sagt der BDSI. So ging die Produktion von Süßwaren im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent auf 3,57 Millionen Tonnen zurück. Wertmäßig sei sie aber nur um 0,6 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro zurückgegangen.

Die Ursache liege unter anderem in den gestiegenen Rohstoffpreisen, beispielsweise beim Kakao, die an den Handel weitergereicht werden mussten, so der BDSI. 40 Prozent der deutschen Süßwaren-Produktion werden inzwischen exportiert