Negativschlagzeilen haben den vielgepriesenen Neuen Markt und den IT-Markt insgesamt belastet. Trotzdem besteht auf dem IT-Arbeitsmarkt weiterhin eine hohe Nachfrage nach qualifiziertem Personal.

Startup-Pleiten, Inflationsvorhersagen und andere Hiobsbotschaften haben den vielgepriesenen Neuen Markt und den IT-Markt insgesamt erheblich belastet. So könnte es verwundern, dass der IT-Arbeitsmarkt weiterhin eng ist und eine hohe Nachfrage nach qualifiziertem Personal besteht.

"Dieses Personal wird überwiegend von der so genannten Old Economy nachgefragt," erläutert Gabriele A. Kernwein, Geschäftsführerin der IT-Personalvermittlung PC/Enter. Startup-Unternehmen oder mittelständische Unternehmen, die Insolvenz beantragt haben, ebenso wie fusionsgebeutelte Firmen setzten zwar erhebliche Volumina an Personal frei, aber die "Perlen" versuchten sie möglichst lange zu halten. "Es findet zur Zeit eine Art Bereinigung im IT-Arbeitsmarkt statt. Der Druck auf die Unternehmen, alles an Arbeitskräften und zu jedem Preis einzustellen, läßt nach. Es pendelt sich wieder Normalität ein," erläutert Kernwein. Top-Leute würden von den Unternehmen weiterhin gesucht, aber auch verstärkt von ihren jetzigen Arbeitgebern gebunden.

Die Wirtschaft, so die Erfahrung von Kernwein, ist gegenüber IT-Bewerbern wieder etwas kritischer geworden. Die Old Economy und erfolgreich gemanagte Klein- und mittelständische Unternehmen, die weiter händeringend nach qualifiziertem IT-Personal Ausschau hielten, legten wieder bewährte Maßstäbe in den Auswahlprozessen an. Bis vor kurzem seien Patchwork-Biografien oder unkonventionelle Lebensläufe von den Unternehmen hingenommen worden. Heute achte man wieder darauf, dass der berufliche Werdegang einen roten Faden erkennen läßt. Eine schlechte Aufmachung der Bewerbungsunterlagen und mangelndes Auftreten seien in den vergangenen zwei bis drei Jahren häufig toleriert worden, heute könne dies bereits wieder zum K.O.-Kriterium werden.

"Der zu beobachtende Trend zur Marktbereinigung ist ein Korrektiv, das allen Beteiligten gut tut," stellt Kernwein klar. "In dem völlig überheizten IT-Arbeitsmarkt der letzten Jahre hat sich auf der Bewerberseite ein überzogenes Forderungsverhalten entwickelt, das auch die seriös agierenden Bewerber nicht unbeeindruckt gelassen hat. Dies trifft vorrangig auf die Gehaltsforderungen zu, die sich derzeit auf hohem Niveau konsolidieren. Gehaltssteigerungen bei einem Arbeitsplatzwechsel von 50% und mehr sind heute nicht mehr realisierbar. Hier pendelt sich das Niveau auf 15 bis 25% Steigerung ein. Unternehmen zahlen nicht mehr jeden Preis wie noch vor 12 Monaten, sind aber bereit, für fachlich und persönlich top qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Zukunft zu investieren."

Die Mitarbeiterbindung geschieht nach Meinung von Kernwein nicht mehr allein über das Gehalt. Auch IT-Unternehmen würden sich immer mehr bewußt, dass sie ihr Personal "pflegen" müssen. Im Laufe der vergangenen aufgeheizten Phase des Arbeitsmarktes hätten viele Unternehmen Konzepte erarbeitet, die jetzt erst zu greifen anfingen. Diese würden eher soziale als rein finanzielle Anstrengungen beinhalten. Im Vordergrund stünden die Schaffung einer guten Arbeitsatmosphäre im Team und im Unternehmen, eine ausgeprägte Kommunikationsbereitschaft seitens der Führungsebene und eine hohe Informationsbereitschaft über Veränderungen im Unternehmen. "Auch Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen stehen heutzutage mehr denn je im Vordergrund. Nur so können die Mitarbeiter das Unternehmen optimal voranbringen und ihren eigenen Marktwert behalten beziehungsweise steigern", stellt Kernwein fest. (ST)


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