Verkaufskanäle integrieren, Mobile-Commerce, Payment:  Die technologischen Herausforderungen im Einzelhandel wachsen und somit auch die Bedeutung der IT-Abteilungen.

Die Bedeutung der Informationstechnologie für den Handel ist so hoch wie noch nie. Dementsprechend sind die IT-Budgets ebenso gestiegen wie die Nachfrage nach geeigneten Fachkräften, so das Ergebnis der neuesten Studie zu den IT-Trends im deutschsprachigen Handel, die das EHI Retail Institute anlässlich der heute beginnenen EuroCIS 2015 vorstellt. Als die mit Abstand wichtigsten technologischen Entwicklungen der kommenden Jahre betrachten IT-Verantwortliche demnach die Themen Omnichannel und Mobile.
 
40 Prozent der Unternehmen erwarten entsprechend den vermehrten Anforderungen in den kommenden Jahren steigende IT-Budgets. Im Vergleich zu 2013 sind die Budgets bereits jetzt deutlich auf durchschnittlich 1,24 Prozent vom Nettoumsatz gestiegen. Damit haben sich die Erwartungen der IT-Verantwortlichen aus der vorherigen Untersuchung annähernd bewahrheitet - 52 Prozent waren von steigenden Budgets ausgegangen.
 

Spezialisten gesucht

Die wachsende Relevanz von Technologie in allen Unternehmensbereichen hat deutlichen Einfluss auf die Position und Bedeutung der IT-Abteilung. 62 Prozent der IT-Verantwortlichen definieren die wesentliche Rolle der IT als "Enabler" mit enger Einbindung in die Prozessorganisation. Für 38 Prozent ist IT darüber hinaus auch zentraler Innovationstreiber innerhalb des Unternehmens.

Bedingt durch diese Entwicklung hat sich das Anforderungsprofil an Mitarbeiter der IT-Abteilung stark in Richtung Prozess- und Businessorientierung gewandelt. 66 Prozent der Handelsunternehmen haben aufgrund akuten Fachkräftemangels Schwierigkeiten, Positionen adäquat zu besetzen.
 

Kanal-Integration als Herausforderung

63 Prozent der Panel-Teilnehmer halten Omnichannel für den bedeutendsten technologischen Trend. Die wichtigste Herausforderung ist dabei für 51 Prozent die Optimierung der Kanal-Integration aus organisatorischer Sicht, gefolgt von technischer Systemverknüpfung, Realtime-Anbindung und Stammdatenmanagement. Nur 12 Prozent der Firmen schätzen die Kanal-Integration im eigenen Unternehmen bereits als gut ein, 40 Prozent sehen sich auf gutem Wege.

Die mobile Erreichbarkeit der Kunden hat für 55 Prozent der Teilnehmer eine besondere strategische Bedeutung, für die übrigen Firmen steht das Thema aufgrund der Kundenstruktur oder der Sortimente derzeit noch weniger im Fokus.
 

Mobile als Innovationstreiber

Mobile Anwendungen stehen für 57 Prozent ebenfalls ganz oben auf der Liste der Technologietrends. Dies schlägt sich auch in den Projekten nieder: Ein knappes Viertel der Befragten hat mobile Systeme für Mitarbeiter im Store im Fokus – 17 Prozent feilen an mobilen Lösungen für ihre Kunden.

Auch das Thema Mobile Payment ist mit 26 Prozent der Nennungen ein Bereich, der sehr interessiert beobachtet wird. Viele Händler erhoffen sich hier eine Beschleunigung der Kassendurchlaufzeiten. Auch die Möglichkeiten der Verbindung mit Loyalty-Programmen oder gegebenenfalls Händler-Apps bergen Potenzial.

DH

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