Wer in einem Unternehmen Verantwortung für die Informationstechnik trägt, kommt sich manches Mal vor wie der einsame Rufer in der Wüste. Vielfach führen IT-Verantwortliche nämlich ein recht eigenwilliges Dasein.

Wer in einem Unternehmen Verantwortung für die Informationstechnik trägt, kommt sich manches Mal vor wie der einsame Rufer in der Wüste. Vielfach führen IT-Verantwortliche nämlich ein recht eigenwilliges Dasein. Kosten- und Produktivitätsgesichtspunkte bilden das Raster für die Bewertung ihrer Arbeit, wie eine Studie der Managementberatung A.T. Kearney belegt, an der weltweit 200 Vorstände, Führungskräfte und IT-Leiter teilgenommen haben. Dabei gaben 70 Prozent der Befragten an, dass Investitionen in IT die Realisierung ihrer Unternehmensstrategien erst ermöglichen, aber nur ein Drittel der Unternehmen bezeichnet die eigene IT-Planung als klar an der Unternehmensstrategie ausgerichtet. "Investitionen in die Informationstechnik eines Unternehmens zielen nach wie vor meist darauf ab, das tägliche Geschäft abzuwickeln und Kosten zu reduzieren, anstatt sie an Produktinnovationen und Ertragssteigerungen zu messen", sagt Dirk Buchta, Vice President bei A.T. Kearney.

Fünftes Rad am Wagen ist vielfach die IT-Sicherheit. So hat die Nationale Initiative für Internetsicherheit herausgefunden, dass mehr als die Hälfte aller Sicherheitsvorfälle auf das Konto eigener Mitarbeiter gehe. Meist machten sie aus Unkenntnis Fehler. Drei Viertel der befragten IT-Manager, erklärte Nifis-Vorsitzender Peter Knapp, sehen "die Aufklärung der eigenen Mitarbeiter bei bestehenden und potenziellen Sicherheitsrisiken als besondere Herausforderung." Verbesserte Schulung und Information tut demnach Not. IT-Sicherheit geht aber viel weiter, wie Hannes P. Lubich von Computer Associates unterstreicht: "Sicherheitsprobleme und Sicherheitsherausforderungen, aber auch die weitere Erhöhung der Komplexität und Einführungsgeschwindigkeit neuer Technologien und Funktionalitäten werden uns sowohl im privaten wie im öffentlichen und geschäftlichen Bereich erhalten bleiben. Anbieter von IT-Dienstleistungen haben daher keine andere Wahl, als ihre knappen IT-Sicherheitsressourcen möglichst optimal einzusetzen und - gemeinsam mit den Besitzern der unterstützten Geschäftsprozesse - zu entscheiden, wo und wie das personelle Wissen einzusetzen ist." Lubich vermutet, "dass sich viele Unternehmen auch heute noch weder der Kosten durch Sicherheitsvorfälle noch daraus abzuleitenden Kosten für die IT-Sicherheit bewusst sind. Daher werde bereits seit einiger Zeit ein Modell namens Rosi (Return on Security Investment) als Grundlage für die Schätzung der Investitionen in IT-Sicherheit angewendet. Darin würden Kosten für Schadenbeseitigung und Gegenmaßnahmen berechnet. Alternativ biete sich beispielsweise die klassische Versicherungsrechnung an, wonach zwei Prozent der erwarteten Schadenshöhe in Gegenmaßnahmen investiert würden. Eine dritte Möglichkeit schließlich sei die Zuhilfenahme von Erfahrungswerten in unterschiedlichen Branchen. (KC)