Immer mehr Schuldner überschreiten absichtlich die gesetzte Zahlungsfrist und pressen so ihren Lieferanten Kredite zum Nulltarif ab. Die schlechte Zahlungsmoral der Kunden verursacht bereits einen höheren Schaden als Betrugsversuche und Hackerangriffe.

Immer mehr Schuldner überschreiten absichtlich die gesetzte Zahlungsfrist und pressen so ihren Lieferanten Kredite zum Nulltarif ab. Besonders betroffen sind Firmen, die ihren Vertrieb auf das Internet ausgedehnt haben, berichtet das Magazin "Markt und Mittelstand" und stützt sich dabei auf eine Studie von Berlecon Research. Für Firmen mit Online-Vertrieb stelle die schlechte Zahlungsmoral der Kunden bereits ein höheres Risiko dar als Betrugsversuche und Hackerangriffe.

Ein Münchner E-Commerce-Dienstleister bestätigt gegenüber dem Magazin dieses Ergebnis: "Es gibt in unserer Branche Firmen, denen haben schleppende Zahlungseingänge und hohe Forderungsausfälle das Genick gebrochen." Mit schuld daran seien allerdings oft die Betroffenen selbst. "Viele notorisch schlechte Zahler sind bekannt und bei Auskunfteien registriert", merkt der E-Commerce-Dienstleister an.

Laut Markt und Mittelstand ist Unternehmen jedoch oft nicht klar, dass solche Auskünfte eine sinnvolle Investition in die Sicherung der eigenen Liquidität ist. Wirtschaftsauskunfteien bestätigten dies: "Jeder größere Zahlungsausfall kann für einen Kleinbetrieb mit schwacher Kapitaldecke das Aus bedeuten." Außerdem sollten sämtliche Vorbeugemaßnahmen mit einem straffen Forderungsmanagement ergänzt werden. Dazu zähle, die Rechnung direkt nach der Auftragsabwicklung zu schreiben und Zahlungseingänge mindestens einmal pro Woche zu kontrollieren, selbst wenn Buchhaltung und Abgleich offener Posten außer Haus gegeben würden.
Mehr Informationen zum Thema Zahlungsausfälle und wie dagegen vorgegangen werden kann erhalten Interessenten in der CYbiz-Ausgabe 12/2001, die am 28. November erscheint. (ST)