Der Erfolg von Bio-Lebensmitteln geht oft an den traditionellen Fachhändlern vorbei. Mit einer eigenen Kooperation wollen die Pioniere der Branche ihre Position verbessern.

Anfang 2009 soll eine eigene Verbundgruppe für inhabergeführte Naturkostläden gegründet werden. Als Initiator sieht sich der Bundesverband Naturkost Naturwaren Einzelhandel (BNN).

20 potenzielle Gründungsmitglieder engagieren sich derzeit in der Planungsgruppe für die neue Kooperation. Bis Mitte nächsten Jahres sollen 50 Unternehmen zur Verbundgruppe gehören - auf lange Sicht werden gar rund 100 Mitgliedsfirmen angestrebt.

Nicht nur günstige Einkaufsbedingungen

Involviert sind auch das Kölner Institut für Handelsforschung (IfH) und der Zentralverband Gewerblicher Verbundgruppen (ZGV).

Klar ist den Naturkosthändlern bereits, dass ihre Verbundgruppe mehr leisten muss als nur günstige Einkaufsbedingungen. „Die Händler fordern vielmehr schwerpunktmäßig Unterstützung im Marketing", schreibt das IfH.

Verbesserungswürdig erscheint den Naturwarenhändlern auch die Logistik. In die Planung für die Verbundgruppe sind daher drei Großhändler eingebunden. Bisher versorgen 50 bis 100 mittelständische Lieferanten den Markt über zwei überregionale und zwölf regionale Verteiler.

Schwierige Zeiten

Jürgen Blaas, Geschäftsführer des BNN und Inhaber einer Naturkostgeschäfts in Schopfheim (Schwarzwald), schätzt, dass es insgesamt 1.500 Naturkostgeschäfte in Deutschland gibt.

„Davon werden sich 500 Unternehmen organisieren." Die anderen seien zu klein, ihre Inhaber zu individualistisch. Eine Entscheidung über die Rechtsform der Naturkost-Verbundgruppe steht noch aus, jedoch ist eine Genossenschaft sehr wahrscheinlich.

„Das Wachstum geschieht in den Discountern und Biosupermärkten. An den inhabergeführten Geschäften geht es vorbei", sagt Susanne Eichholz-Klein, Projektleiterin Markt und Strategie der Unternehmensberatung BBE Retail Experts in Köln.

Die Erfolgsaussichten einer Naturkost-Verbundgruppe bewertet die BBE-Expertin vorsichtig: „Es wird sehr schwierig. Aber für diese Handelsunternehmen ist es wahrscheinlich die einzige Überlebenschance."

Dieter Behler