Die Verhandlungen sind zäh. Doch immerhin sieht Verdi etwas Hoffnung im Streit um eine tarifliche Einigung mit Karstadt. Denn neuerdings treffen sich beide Seiten öfters.

Die dritte Runde der Tarifverhandlungen beim kriselnden Warenhauskonzern Karstadt ist in Hannover nach Gewerkschaftsangaben ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Es habe aber intensive und konstruktive Gespräche zwischen den Tarifparteien gegeben, sagte Arno Peukes von der Verhandlungskommission der Gewerkschaft Verdi am Donnerstagnachmittag. "Es ist etwas in Bewegung gekommen."

Die Verhandlungen sollen am 25. Februar im kleinen Kreis fortgesetzt werden. Auch der nächste Gesprächstermin sei bereits terminiert - auf den 6. März. Die schnellere Taktung der Gespräche solle auch die Ergebnisfindung beschleunigen, sagte Peukes. Von Karstadt war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Standort- und Beschäftigungssicherung bleibt das Verdi-Ziel

Offenbar gibt es aber nach wie vor noch große Differenzen zwischen beiden Seiten. Peukes bekräftigte, dass das zentrale Ziel der Gewerkschaft weiterhin die Standort-und Beschäftigungssicherung, sowie die Rückkehr von Karstadt in die Tarifbindung sei. Die Führung der Karstadt Warenhaus GmbH hatte dagegen in den vergangenen Wochen angekündigt, alle 83 Standorte überprüfen zu wollen.

Die Lage der Warenhauskette ist weiter schwierig. Das Unternehmen schreibt nach Angaben des Aufsichtsratsvorsitzenden Stephan Fanderl rote Zahlen. Alle Sanierungsbemühungen haben bislang offenbar nur bescheidene Erfolge erzielt. Berggruen sagte in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" erst vor wenigen Tagen: "Die Häuser, die wir saniert haben, funktionieren nicht besser als die Häuser, die wir nicht saniert haben."