Die Verkaufsverhandlungen für den Modekonzern Escada gehen in die Endphase. Unter den Interessenten für eine Übernahme ist ein internationales Schwergewicht - aus der Stahlbranche.

Für den Modekonzern Escada liegen wenige Tage vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens mehrere Übernahmeangebote vor. Mit einem Abschluss sei in den nächsten Wochen zu rechnen, hieß es an diesem Dienstag in Branchenkreisen.

Zu den Interessenten für den Modekonzern gehört nach Informationen der "Financial Times Deutschland" auch ein Mitglied der Familie des indischen Milliardärs Lakshmi Mittal, Vorstandsvorsitzender des Stahlwerkkonzerns ArcelorMittal. Daneben soll auch der Sohn des Escada-Gründers Wolfgang Ley, Sven Ley, im Rennen sein.

Insolvenzverfahren nächste Woche

Escada ist eine der bekanntesten Damenmodemarken der Welt. Durch jahrelange Managementfehler, schlecht aufgenommene Kollektionen und ständige Vorstandswechsel war das Unternehmen aber in eine schwere Krise geraten und musste im August Insolvenzantrag stellen.

Das Insolvenzverfahren wird voraussichtlich in der kommenden Woche förmlich eröffnet. Die Gespräche mit Investoren bleiben davon aber unberührt.

Verträge "bis November unterschreiben"

Der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Gerloff will bis Anfang November die Verträge unterschrieben haben, so dass die Übernahme noch in diesem Jahr erfolgen könnte. Der Geschäftsbetrieb bei Escada geht seit dem Insolvenzantrag weiter, Entlassungen gab es bislang nicht.

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen weltweit mehr als 2.000 Mitarbeiter, davon rund 500 am Stammsitz in Aschheim bei München. Wieviele Mitarbeiter bei einem Verkauf übernommen werden, ist noch unklar.