"Steuererklärung auf Bierdeckel?" Passt nicht. Aber "Die 10 wichtigsten Faktoren im Kaufentscheidungsprozess" sollte man auf einem Kassenbon unterkriegen können. Dachte man sich bei bigcommerce und setze die Idee als ansprechende Infografik um.

Wenig Neues an der Front, aber sehr hübsch anzuschauen.
Über die Qualität des Datenmaterials, und entsprechend über den Stellenwert der einzelnen Faktoren innerhalb des Rankings, ließe sich -wie immer- streiten, über die allgemeine Relevanz dieser Top 10 jedoch sicher nicht.

Was stört: Produkt- und Shopkriterien scheinen hier vermischt worden zu sein, so dass beim Item "Customer Reviews" unklar bleibt, ob Kundenbewertungen zum Produkt oder zum Shop hier die relevante Größe darstellen.
Auch der "Checkout Ease" stellt zunächst eine relevante Größe dar, taucht dann aber in den folgenden Top 10 der "Most Important Store Features" nicht mehr auf.

Interessanter Beifang: Die drei wichtigsten Warengruppen beim Smartphone Commerce sind angeblich "Electronics", "Groceries" und "Clothes". Dass Technik- und Fashionprodukte auch von unterwegs häufig gekauft werden, überrascht kaum. Dass Lebensmittel jedoch derart gefragt sind -und dabei sogar vor der Bekleidung rangieren, jedoch schon.

E-Food galt lange als "Problemkind" und offensichtlich sind gerade Smartphones der passende Problemlöser und Hebel, um diesem Segment auf die Sprünge zu helfen: Sich von unterwegs als Beifahrer oder in öffentlichen Verkehrsmitteln online seinen Lebensmittel-Einkauf zusammenzustellen, fertig packen zu lassen und diesen dann nach Feierabend einfach abzuholen, stellt einen echten Zusatznutzen dar. Hier ist das Smartphone also nicht nur einfach ein "Cooles Gadget", sondern ein Werkzeug, das eine weitere Zeitersparnis und damit eine Entlastung im Alltag ermöglicht. Dass dieser "Added Value" in der US-amerikanischen Gesellschaft so gut ankommt, deren Lifestyle gänzlich auf "Convience" ausgerichtet ist, verwundert also nicht.

Skurrilität am Rande: Laut des folgenden Kapitels "Social Media Impact" sind angeblich 38% aller Mütter eher gewillt Marken oder von Marken zu kaufen, die sie bei Facebook mögen, als dies bei "anderen Frauen"-also Nicht-Müttern der Fall ist. Na ja, zu diesem Punkt würde ich mal gerne den jeweiligen Fragekatalog und die Rohdaten einsehen können...