Nach Ansicht der Initiative D21 haben zahlreiche Behörden in den letzten drei Jahren große Fortschritte in der Darstellung und Erledigung von Verwaltungsvorgängen erzielt. Nun müsse es jedoch das Ziel sein, mehr Bürger zu erreichen.

Nach Ansicht der Initiative D21 müssen die Beteiligungsmöglichkeiten für Wirtschaft und Bürger auf den Internet-Seiten der Verwaltungen verstärkt werden. Zwar hätten zahlreiche Behörden in den letzten drei Jahren große Fortschritte in der Darstellung und Erledigung von Verwaltungsvorgängen erzielt. Nun müsse es jedoch das Ziel sein, mehr Bürger zu erreichen. Voraussetzungen hierfür seien, dass Verwaltungsvorgänge im Internet vollständig erledigt werden könnten, alle Bürger Internet-Zugang hätten und sich das Internet zum Bürgerforum weiterentwickle. "Entscheidungen müssen im Netz vorbereitet werden. Nur so bringen wir die Bürger ins Internet", sagte Erwin Staudt, Vorsitzender der Initiative D21 und IBM-Chef Deutschland auf dem D21-Jahreskongress in Leipzig.

Zur Umsetzung fordert die Initiative D21, die von der Bundesregierung begonnenen Strategien zur Einführung der elektronischen Signatur, "Internet für alle" und Online-Wahlen fortzusetzen beziehungsweise zu beschleunigen. Zur Schaffung moderner Verwaltungen seien unter anderem Standards für E-Government und flächendeckende Anwendung der elektronischen Signatur für medienbruchfreie Transaktionen notwendig. Deutschland sei weltweit das erste Land gewesen, das optimale Rahmenbedingungen für die elektronische Unterschrift geschaffen habe, laufe jetzt aber Gefahr, diesen Standortvorteil nicht auszuspielen. Für "Bund Online 2005" und für jedes andere E-Government-Projekt in Deutschland müsse gelten, dass vorwiegend elektronische Signaturen Verwendung fänden.

Nach Ansicht von Initiative D21 haben in den letzten Jahren Informations- und Kommunikationstechnologien in vielen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft eine Effizienzrevolution ausgelöst. Staat und Politik müssten das Internet stärker als Modernisierungsstrategie sehen. Das bedeute auch, dass Verwaltungsprozesse interaktiv gestaltet würden. Schnelle, nachvollziehbare Prozesse müssten Bürgern und Unternehmen die Möglichkeit zur Mitgestaltung geben, die Verwaltungen sollten das Internet als Chance zu mehr Kundenorientierung begreifen. "E-Government kann einer der Modernisierungsmotoren für den Wirtschaftsstandort Deutschland sein, wenn die Verwaltungen ihre Prozesse ressortübergreifend und transparent gestalten und dadurch erheblich beschleunigen", ist Ulrich Kemp, Vorstandsmitglied der Initiative D21 und Geschäftsfuehrer Fujitsu Siemens Computers Vertrieb Deutschland, überzeugt. (ST)

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