Der vorläufige Insolvenzverwalter der acht Praktiker-Gesellschaften kündigt in einer ersten Stellungnahme die Fortführung des Verkaufs in den Filialen an. (Akutalisiert)

Das Amtsgericht Hamburg hat den Rechtsanwalt Christopher Seagon von der Kanzlei Wellensiek für alle acht insolventen Praktiker-Gesellschaften zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. 

"Seagon ist vor Ort und dabei, sich einen ersten Überblick über die wirtschaftliche Situation der Unternehmen zu verschaffen und Gespräche mit allen wesentlichen Beteiligten aufzunehmen", heißt es in einer Pressemitteilung des Baumarktkonzerns.

"Zunächst müssen wir den Geschäftsbetrieb der Unternehmen stabilisieren, um so die Voraussetzung dafür zu schaffen, möglichst viele Filialen und Arbeitsplätze zu sichern", erklärte Seagon in einer ersten Stellungnahme. "Wir müssen uns erst einmal die Situation sehr genau anschauen. Dazu benötigen wir noch Zeit". Auch zu einzelnen Standorten könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter will in den kommenden Wochen Möglichkeiten für ein Sanierungskonzept prüfen. Er blickt auf Erfahrungen aus mehr als 500 Insolvenzverfahren zurück und zählt die Unternehmensfortführungen und -sanierungen, internationale Insolvenzen und Konzerninsolvenzen mit über 4.000 Beschäftigten zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten.

Das zum 1. März 2012 in Kraft getretene Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) bietet verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, um Unternehmen zu restrukturieren und für die Zukunft neu aufzustellen.

Seagon kündigte an, gemeinsam mit den Geschäftsführungen und den Beschäftigten den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten zu wollen: "Die Filialen an allen Standorten bleiben geöffnet, der Verkauf geht mit allen Beschäftigten unverändert weiter." Um die Löhne und Gehälter der rund 8.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den acht Gesellschaften sicherzustellen, wird Seagon kurzfristig die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes beantragen.

Die an die Gläubigerbanken verpfändete Unternehmenstochter Max Bahr mit ihren derzeit 132 Märkten und das Auslandsgeschäft der Praktiker AG sind von den Insolvenzanträgen nicht betroffen.

Am Freitagabend gab der Baumarktkonzern bekannt, dass das Amtsgericht Saarbrücken Udo Gröner von der Kanzlei Heimes & Müller zum vorläufigen Insolvenzverwalter für die Praktiker AG bestellt hat. Zuvor hatte der Vorstand dort den Antrag auf Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens eingereicht.