Die Konsumenten stehen dem Onlinehandel von Lebensmitteln aufgeschlossen gegenüber, zeigt die aktuelle Studie "Consumer Trends".

Auch der weltgrößte Onlinehändler Amazon will Branchengerüchten zufolge ab Herbst in Deutschland Lebensmittel versenden – und trifft damit offenbar das Bedürfnis der Konsumenten. Denn das Interesse der Deutschen online Salat & Co. zu bestellen, ist grundsätzlich hoch, wie die aktuelle Studie "Consumer Trends" des IFH Institut für Handelsforschung und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zeigt.

Demnach hat jeder dritte Befragte bereits einmal Lebensmittel im Internet bestellt, knapp 42 Prozent können sich vorstellen, das in Zukunft zu tun. Nur ein Viertel der Umfrageteilnehmer kann sich eine Lieferung von Supermarkt-Artikeln grundsätzlich nicht vorstellen.

Vor allem die Bequemlichkeit gilt als ein wesentlicher Pluspunkt für den Lebensmittelkauf im Netz: Die Lieferung nach Hause oder eine Wunschadresse setzen 61 Prozent der Befragten voraus, 32 Prozent würden sich darüber freuen. Die Pakete an Pick-up-Stationen abzuholen, ist insgesamt die unbeliebteste Leistung: 14 Prozent würde das sogar missfallen.

Lieferzeitraum wichtig

Darüber hinaus ist den Onlinekunden die Vereinbarung eines festen, kurzen Lieferzeitraumes wichtig: 39 Prozent der befragten Konsumenten setzen dies voraus, rund die Hälfte würde es "sehr freuen". Erstaunlich ist allerdings das geringe Interesse an einer Abendlieferung: Knapp drei von zehn Konsumenten ist die Lieferung zwischen 19 und 22 Uhr "egal", vier Prozent würde sie sogar stören.

Die Frische der Produkte und die Qualitätsgarantie sind der Studie zufolge die wichtigsten Voraussetzungen für den Onlinekauf – 65 Prozent setzten sie voraus. Für gut die Hälfte der Befragten ist zudem eine umfassende Information zu den Produkten selbstverständlich.

Die wichtigste "Begeisterungsleistung" ist nach einem günstigen Preis (58 Prozent) die Möglichkeit zur Begutachtung der bestellten Produkte und Auswahl unter mehreren Exemplaren bei der Lieferung: 56 Prozent der Befragten geben an, dass sie das sehr freuen würde.

Mobile Optimierung eher egal

Angesichts der mittlerweile weiten Verbreitung und Nutzung von Smartphones und Tablet-PCs ist es überraschend, dass die mobile Optimierung des Webshops von eher untergeordneter Bedeutung ist: Sie erzielt mit knapp 40 Prozent die zweithöchsten Werte für die Nennung "ist mir egal". Noch "egaler" ist jedem zweiten befragten Konsumenten die "Auswahl der Produkte durch einen bekannten Mitarbeiter".

Die Annahme, dass ältere Menschen weniger aufgeschlossen gegenüber dem Internet sind, bestätigt die Studie indes nicht: Insgesamt zeigt sich ein relativ homogenes Bild über alle Alters-gruppen, nur rund 30 Prozent der Personen im Alter 50+ können sich nicht vorstellen, Lebensmittel online zu kaufen – und damit nur 5 Prozent mehr als der Durchschnitt quer durch alle Altersklassen.

Die Befragten im Alter von 30 bis 39 Jahren sind demnach tendenziell besonders aufgeschlossen gegenüber den Onlinebestellungen: Der Anteil derer, die sich nicht vorstellen können, online zu kaufen, ist geringer und der Anteil derjenigen, die künftig mehr Lebensmittel online kaufen möchten, höher als in anderen Altersgruppen.

Sybille Wilhelm

Weitere Informationen zur Studie lesen Sie in der April-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Der Handel. Zum kostenfreien Probeexemplar geht es hier. Lesen Sie Der Handel auch auf dem iPad.