Unternehmen im virtuellen Handel werden immer häufiger das Opfer von Gelegenheitsbetrügern, die mit simplen Tricks zum Erfolg kommen und kaum befürchten müssen, für ihre Taten belangt zu werden.

Unternehmen im virtuellen Handel werden immer häufiger das Opfer von Gelegenheitsbetrügern, die mit simplen Tricks zum Erfolg kommen und kaum befürchten müssen, für ihre Taten belangt zu werden.

Die Ursache: Viele Internet-Firmen würden nach wie vor ohne effektive Schutzmaßnahmen gegen Kartenbetrüger arbeiten. Das ist eines der Ergebnisse einer breit angelegten Untersuchung über den Kreditkartenbetrug im virtuellen Handel, die vom Informations-Lösungen-Anbieter Experian in Großbritannien durchgeführt wurde.

Experian befragte 800 Unternehmen, die das Internet als Vertriebsweg nutzen, um Ausmaß und Auswirkungen der Online-Kriminalität zu ermitteln. Außerdem wurde untersucht, mit welchen Tricks Betrüger vorgehen, und wie sich die Unternehmen dagegen schützen. Die Experian-Studie zeigt, dass die meisten Firmen (ca. 85 Prozent) entweder gar keinen Abgleich der Kundendaten durchführen oder sich auf ungenaue und personalaufwändige ad-hoc-Maßnahmen verlassen. Fast die Hälfte der Befragten gab an, dass sie keine externen Datenquellen nutzen, um Namen und Adressen der Online-Kunden zu verifizieren. Ein weiteres Ergebnis der Befragung: Internet-Delikte werden meist viel zu spät bemerkt. Bei zwei Drittel der befragten Unternehmen dauerte es länger als einen Monat, bevor ein Betrug auffiel und das Kartenkonto gesperrt werden konnte. 18 Prozent gaben an, in ihrem Unternehmen könne ein Betrug sogar bis zu zwei Monaten unentdeckt bleiben. Solche Zeitspannen laden dazu ein, sich gleich mehrfach zu bedienen: In 40 Prozent der Fälle wird eine Website bis zu dreimal hintereinander von demselben Täter geschädigt.

Die meisten Online-Betrüger machen sich kaum Mühe, ihre Spuren zu verwischen. Nur ungefähr 10 Prozent der Täter kümmern sich um einen Umleitungs-Service beim Paketdienst oder um einen falschen Telefonanschluss. Statt dessen kombinieren sie die Personendaten bei der Kartenzahlung fast nach Belieben mit falschen Angaben. Die beiden häufigsten Betrugsvarianten: Name und Adresse des Karteninhabers werden komplett gegen eine andere Anschrift ausgetauscht, an der der Täter die bestellte Ware abfängt (53 Prozent); oder der Name des Karteninhabers wird beibehalten und die Ware an eine fremde Adresse umgeleitet (48 Prozent der Fälle).

Selbst wenn der Betrug entdeckt wird, bleiben neun von zehn Internet-Betrügern unbehelligt. Die Polizei scheint außerstande, die Internet-Kriminalität angemessen zu bekämpfen. 57 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Betrugsfälle bei der Polizei angezeigt hätten, und über die Hälfte von ihnen beklagten sich über mangelndes Interesse der Behörden. Nur neun Prozent der angezeigten Online-Delikte führten zur Strafverfolgung der Täter.

Die ökonomischen Auswirkungen des Internet-Betrugs sind gravierend. 20 Prozent der Online-Retailer rechnen mit betrugsbedingten Rückforderungen in Höhe von einem Prozent ihres Umsatzes. Bei einigen Firmen liegt dieser Anteil bei bis zu zehn Prozent - eine Rate, die deutlich höher ausfällt als im traditionellen Handel. Die Kreditkartengesellschaften belegen Dotcoms, deren Rückforderungsrate längerfristig zu hoch ist, mit Strafgebühren; in letzter Instanz droht ihnen die Schließung der Konten.

"Die Experian-Studie für Großbritannien sollte die Verantwortlichen im E-Business auch hierzulande aufrütteln", meint Werner Ollech, Geschäftsführer von Experian Deutschland in Hamburg. "Durch den Einsatz von Systemen zur sekundenschnellen und vollautomatischen Authentisierung der Karteninhaber, wie sie von Experian angeboten werden, könnte der Gelegenheitsbetrug im Internet fast vollständig verhindert werden. Ohne effektive Maßnahmen gegen den grassierenden Internet-Betrug droht dem E-Commerce ein nachhaltiger Vertrauensverlust." (RS)


FIRMENPROFIL:

Experian ist ein Unternehmen, das Informations-Lösungen entwickelt. Das Unternehmen nutzt die Stärke von Informationen, um seine Kunden bei der Identifikation potentieller Neukunden, bei der Akquisition von profitablem Neugeschäft, beim Kundenmanagement und bei der Vertiefung der Kundenentwicklung zu unterstützen. Aufgrund seiner webbasierten Produkte und Dienstleistungen ermöglicht Experian seinen Kunden die Realisierung sicherer und profitabler E-Business-Aktivitäten. Experian ist eine Tochter von The Great Universal Stores PLC. Die Hauptsitze befinden sich in Nottingham, UK und Orange, Kalifornien. Weltweit sind 12.000 Mitarbeiter für Kunden in über 50 Ländern tätig. Der Jahresumsatz liegt bei rund 1 Mrd. englische Pfund. Experian Deutschland als Tochtergesellschaft hat ihren Hauptsitz in Hamburg.


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