Der Verband der deutschen Internetwirtschaft, eco Electronic Commerce Forum e.V., hat die Initiative "Mittelstand online" gestartet. Ziel ist es, die rund 3,5 Mio. KMUs in Deutschland zu ermuntern, sich weitergehend im Internet zu engagieren.

Der Verband der deutschen Internetwirtschaft, eco Electronic Commerce Forum e.V. (Köln), hat die Initiative "Mittelstand online" gestartet. Ziel ist es, die rund 3,5 Mio. kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland zu ermuntern, sich weitergehend im Internet zu engagieren.

Der eco-Verband sieht einen erheblichen Nachholbedarf bei der Internetnutzung im Mittelstand. Nach Verbandsrecherchen verfügen zwar rund 80% der KMUs über einen Internetzugang. Jedoch nur etwa 1 Mio. Mittelständler, also rund 29%, sind mit einer eigenen Website im Netz präsent. "Der Mittelstand läuft Gefahr, den Anschluss an die Online-Ökonomie zu verlieren, wenn er sich weiterhin in Webabstinenz übt", warnt Prof. Sigram Schindler, Vorsitzender der neuen eco-Initiative. "Die derzeit eher negativen Schlagzeilen über E-Business könnten viele Mittelständler verschrecken", fürchtet eco-Geschäftsführer Harald A. Summa. Der eco-Verband rät der mittelständischen Wirtschaft, sich nicht vom Ende der Hypephase zur falschen Schlussfolgerung verleiten zu lassen, das Internet sei "tot". Ganz im Gegenteil seien heute mehr Verbraucher und Firmen im Netz unterwegs als je zuvor. Dabei werde das Internet gegenwärtig vor allem als wichtige Informationsquelle vor größeren Kaufentscheidungen genutzt. "Wenn ein mittelständisches Unternehmen im Wettbewerb mithalten will, kommt es an einem professionellen Internetauftritt nicht vorbei" erklärt Prof. Schindler als Schlussfolgerung aus dieser Entwicklung.

Summa und Schindler weisen auf das enorme Gefährdungspotenzial für das "Mittelstandsland Deutschland" hin, falls die KMUs den Anschluss an die Online-Ökonomie verpassen. Mehr als 99% aller Unternehmen in Deutschland gehören zum Mittelstand. Sie stellen fast 70% aller Arbeitsplätze und 80% aller Ausbildungsplätze. Beinahe 60% der Wertschöpfung in Deutschland und fast die Hälfte der steuerpflichtigen Umsätze entstehen in mittelständischen Firmen. Als Hauptgründe für die Zurückhaltung der mittelständischen Wirtschaft nennt der eco-Verband die Scheu vor hohen Investitionen mit ungewissem Return on Investment (ROI) und Lücken im Know-how über Technik und Konzepte für E-Business.

Gemeinsam mit der Industrie will der eco-Verband daher den Aufbau einer bundesweiten Infrastruktur von Internet-Anlaufstellen für mittelständische Firmen fördern. Ähnlich dem bundesweiten Netz der Steuerberater soll der Fachhandel fit gemacht werden, um als Internet-Consultants den Mittelstand technisch, produktseitig und konzeptionell zu beraten. Umfragen zufolge legen rund 80% der KMUs Wert auf eine lokale Betreuung unmittelbar vor Ort.

Zudem will der Verband gemeinsam mit namhaften Anbietern speziell für den Mittelstand Geschäftsmodelle ausarbeiten, bei denen sich KMUs ohne nennenswerte Investitionen im Netz präsentieren können. Prof. Sigram Schindler nennt konkrete Ziele: "Heute haben nur maximal 10% aller regional orientierten Mittelständler einen profitablen Online-Shop im Netz. Unser Ziel ist es, diesen Anteil innerhalb der nächsten Jahre auf rund 25 % zu steigern." (ST)


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