Besseres Warenwirtschaftssytem, Angebote für Gesundheitssport - und Multichannel. So lauten die Schwerpunkte von Intersport in diesem Jahr. 2012 beendete die Verbundgruppe mit einem Umsatzplus.

Vom Sportjahr 2012 hat auch Intersport profitiert. Die Verbundgruppe mit Sitz in Heilbronn steigerte ihren Umsatz um 2,2 Prozent auf 2,76 Milliarden Euro. Die angeschlossenen Sportartikelhändler haben dabei von der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine sowie den Olympischen Sommerspielen in London profitiert .

Vor allem das europäische Fußball-Turnier im Juni sorgte für einen "Sondereffekt", wie es Intersport formuliert. Die Umsätze stiegen in diesem Monat um 8 Prozent im Vergleich zum Juni 2011. Besonders gefragt waren Trikots und Fanartikel der deutschen Nationalmannschaft sowie der populären Teams Europas.

Zudem hätten die Spiele in London die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf den Sport gelenkt und eine Sportbegeisterung, von der am Ende auch der Fachhandel profitiere, schreiben die Intersport-Vorstände Klaus Jost und Kim Roether.

Gesundheit fördern

Für die Verbundgruppe hat das zurückliegende Jahr stark begonnen - und schwach geendet.  "Weihnachten war deutlich zu warm und hat uns im Jahresendspurt wertvolle Prozentpunkte Wachstum gekostet. Erfreulich ist die positive Entwicklung in den Segmenten Multi-Sport, Wintersport und Running mit teilweise zweistelligen Zuwächsen", erklärte Jost.

Im laufenden Jahr, in dem keine internationalen Sport-Großveranstaltungen terminiert sind, will Intersport sein Engagement in den Bereichen Gesundheit und Fitness verstärken - und das schon bei den Kindern. Unter dem Motto "Kids in Bewegung" setzt die Verbundgruppe dabei auf Sportaktionen, die in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben über 270.000 Kinder und Jugendliche bewegt haben. Dazu gehören die Fußballcamps, eine Handballschule, das Projekt "Skate@School" und der neu eingeführte Wettbewerb "Speed4". Hier werden in einem Parcours Reaktion, Wendigkeit und Schnelligkeit junger Sportler gemessen und verglichen.

Zudem will die Kooperation in Zusammenarbeit mit Industriemarken wie Nike oder Reebok Aktionen zur Förderung der Gesundheit anbieten. "Als Sportexperten und Fachhändler sind wir aufgefordert, mit unserer Beratungskompetenz und unserem Angebot das wachsende Gesundheitsbewusstsein aller zu unterstützen", betont Jost.

Besseres Warenwirtschaftssystem

Auch in der Organisation der Verbundgruppe soll sich einiges tun. So werde das Serviceangebot in der Heilbronner Zentrale ausgebaut, und die unternehmenseigene Warenwirtschaftslösung Intersys 7.0 sei bereits im Jahr 2012 erfolgreich gestartet worden.

Intersys 7.0 soll unter anderem die einfache Abwicklung des Orderprozesses, die Pflege von Stamm- und Artikeldaten, den Austausch umsatzbezogener Daten im Business Warehouse und die Nutzung der sogenannten NOS-Automatik ermöglichen. Bei dieser Form der Datenkommunikation wird der am Ort des Verkaufs entstehende Bedarf automatisch in das Intersport-Lager zurückgemeldet und nachgeliefert. "Über die Anbindung an das Warenwirtschaftssystem sind für unsere Mitglieder in einzelnen Kategorien Umsatzsteigerungen von 15 bis 20 Prozent möglich. Die Nutzung von NOS heißt, bares Geld zu verdienen", betont Roether.

Multichannel-Offensive

Und schließlich will Intersport im März per Online-Shop ins Multichannel-Geschäft einsteigen. "Wir müssen heute als Händler vom Kunden im Internet gefunden werden und dies offensiv leben. Mit dem Start des Multichannel-Vertriebs geben wir die richtige Antwort auf unsere Wettbewerber im E-Commerce. Dabei bleibt die Vielzahl der reinen Online-Versender in ihren Möglichkeiten auf das Internet beschränkt, wir nicht", sagt Vorstand Roether.

Derzeit werden die Händler, die am neuen Multichannel-Angebot teilnehmen, für die neue Weboffensive geschult.