Immer mehr ausländische Investoren drängt es in deutsche Shoppingcenter. Trotzdem schrumpft der Markt, auf dem zwei Trends dominieren.

Dass der Markt für Einzelhandelsimmobilien schwierig wird, zeigt sich auch bei den Shoppingcentern. Laut einer aktuellen Studie des Immobilienberatungsunternehmens Jones Lang LaSalle wurden im ersten Halbjahr 2012 rund 1,5 Milliarden Euro in Center investiert - das sind 40 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (2,7 Milliarden Euro).

Trotzdem blieben Shoppingcenter die wichtigste Anlagekategorie bei Handelsimmobilien, schreibt Jones Lang LaSalle. In den ersten sechs Monaten sei deren Anteil an allen Investitionen in Handelsimmobilien von 49 auf 52 Prozent gestiegen.

Freilich ist der Gesamtmarkt rückläufig. Im Durchschnitt wurden im ersten Halbjahr 95 Millionen Euro in die jeweiligen Center investiert, im Vorjahreszeitraum waren es 118 Millionen Euro. Das meiste Geld floss bisher in den Bochumer Ruhrpark. Hier erwarb der französische Großinvestor Unibail-Rodamco für 190 Millionen Euro 50 Prozent der Anteile.

Keine Bewegung bei den Renditen

Generell hätten zu Beginn dieses Jahres deutlich mehr internationale Investoren Interesse an deutschen Centern gezeigt, sagt Anke Kaukars-Haverkamp, Expertin für Shoppingcentern beim Jones Lang LaSalle. Deren Umsatzanteil habe bei 62 Prozent gelegen. Der deutsche Markt sei vor allem für französische Investoren interessant, betont Kaukars-Haverkamp.

Trotz des knappen Angebots an großen Shoppingcentern blieb die Spitzenrendite bei 5 Prozent. In den kommenden Monaten ist hier laut Jones Lang LaSalle nur mit wenig Bewegung zu rechnen.

Bei den Shopping Center-Typen gibt es für Kaukars-Haverkamp zwei deutliche Trends. Einerseits würden Center gesucht, die ihr Einzugsgebiet dominieren. "Dabei gibt es kaum einen Unterschied zwischen großen Objekten mit 40.000 Quadratmetern Fläche in den Top-5-Standorten und Centern mit einer Größe zwischen 20.000 und 30.000 Quadratmetern in Mittelstädten." Voraussetzung sei allerdings, dass Größe, Einzugsgebiet und Konkurrenzsituation zueinander passen. Zudem mache das zu erwartende überdurchschnittliche Mietwachstum diese Prime-Center attraktiv.

Zum anderen werden laut Kaukars-Haverkamp bevorzugt klassische Nachbarschaftscenter gesucht: "Nahversorgungs-Standorte mit einem hohen Anteil an periodischen Waren und Dienstleistungen versprechen auch in einem turbulenten wirtschaftlichen Umfeld Stabilität."

Allerdings hat Jones Lang LaSalle auch festgestellt, dass es zunehmend an Core-Produkten mangele. Hier hätten die aktuellen Bestandshalter sehr lange Anlagehorizonte.