Über 400 Millionen Euro haben die Globus-Inhaber zuletzt für die weitere Expansion in die Hand genommen. Das schlug sich in einer guten Umsatzentwicklung nieder. Darum sollen im laufenden Geschäftsjahr ähnliche Summen investiert werden, vor allem in Russland.

Thomas Bruch wirkt tief entspannt. Kein Wunder, denn gemeinsam mit seinen Geschäftsführungskollegen  Christian Heins und Johannes Scupin blickt der Globus-Hauptgesellschafter auf ein "erfolgreiches Geschäftsjahr" 2014/15 (30. Juni) zurück:  Der Umsatz der saarländischen Handelsgruppe kletterte um 3,1 Prozent auf 6,89 Milliarden Euro. Das Ebit lag mit knapp 167 Millionen Euro auf dem Vorjahresniveau. Die Ebit-Rendite erreichte somit 2,77 Prozent, ein Ergebnis, mit dem längst nicht jedes Handelsunternehmen aufwarten kann.

Baurecht: Wachstumshürde in Deutschland

Mit 3,31 Milliarden Euro entfiel knapp die Hälfte der Erlöse auf die deutschen SB-Warenhäuser, die um 1,5 Prozent zulegten. Hier fällt dem in St. Wendel ansässigen Handelsunternehmen das Wachstum wegen fehlender Expansionsmöglichkeiten schwerer. Neue Flächen sind kaum zu erschließen, Baugenehmigungen so gut wie nie zu bekommen, klagt Bruch. Offenbar formiere sich der Wettbewerb bereits, sobald bekannt werde, dass Globus eine Fläche sucht. Doch der Saarländer nimmt es sportlich, schließlich sei die Phalanx der Konkurrenten auch ein Kompliment für den eigenen Erfolg.  

Die meisten Immobilien sind Eigentum  

Derzeit besitzt die saarländische Gruppe über 165 Immobilien in Deutschland, Tschechien und Russland. Bei zahlreichen Objekten ist die Globus Holding Eigentümerin. So gehören dem Unternehmen 90 Prozent der Immobilien ihrer deutschen SB-Warenhäuser und in Russland sogar alle Objekte. 
Russland ist neben dem Heimatmarkt die wichtigste Säule der Gruppe. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Globus dort ein um Währungseffekte bereinigtes Umsatzwachstum von 11 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro. Die tschechischen Hypermärkte steuerten mit plus 3 Prozent rund eine Milliarde Euro zum Geschäft bei. 
Die beiden Länder, vor allem Russland, bilden auch die Investitionsschwerpunkte in der näheren Zukunft. Der Löwenanteil der erneut mehr als 400 Millionen Euro Investitionsmittel für das laufende Geschäftsjahr soll in weitere Häuser in Russland fließen, sagt Finanzchef Christian Heins. schon im Vorjahr hatte das Investitionsniveau Rekordhöhe erreicht. Allerdings war darin auch die Übernahme von 8 Max Bahr- und 3 Praktiker-Märkten enthalten. 

Freude an Baumärkten

Die Baumarktsparte bereitet den Saarländern derzeit viel Freude. Das Geschäftsfeld legte im abgelaufenen Jahr um fast 8 Prozent zu, so Heins. Zusammen mit den Alphatecc-Elektrofachmärkten addierte das Fachhandelsgeschäft zuletzt knapp 1,5 Milliarden Euro Jahresumsatz.
Fazit von Thomas Bruch: "Globus ist auf dem besten Weg, seine Marktposition weiter auszubauen."
Bruch gehören direkt oder indirekt etwa 55 Prozent des Gesellschafterkapitals an der Globus Holding. Weitere 25 Prozent entfallen auf zwei Familienstiftungen und 20 Prozent auf eine gemeinnützige Stiftung.

Anteile für Mitarbeiter

Außerdem sind etwa 10.000 der knapp 37.700 Mitarbeiter direkt an dem Unternehmen beteiligt. Wer länger als ein halbes Jahr dabei ist, kann Anteile erwerben. Alles in allem addiert sich das Mitarbeiterkapital auf 40 Millionen Euro. Die Verzinsung belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 8 Prozent - weit mehr als jedes Sparbuch verspricht.
In der gemeinnützigen Stiftung, die sich in etwa 50 Projekten im In- und Ausland  vor allem um benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmert, ist auch Bruchs Ehefrau Graciela Bruch engagiert. Im Erbschaftsfall gehen Bruchs 55 Prozent Kapitalanteile an diese Stiftung.

ach