Manchmal verzögert sich auch die Übernahme eines Konzerns aus profanen Gründen. Doch wenn ein Notar im Deal zwischen Weltbild und der Droege Group mit der Dokumenten-Fülle kämpft, kann es dauern.

Die offizielle Übernahme des insolventen Weltbild-Konzerns durch den Düsseldorfer Investor Droege verzögert sich um einige Tage. Ursprünglich sollten die Verantwortlichen die Droege International Group AG bereits kommenden Freitag (25.) den Kaufvertrag unterzeichnen. Grund für die Verzögerung sei, dass der Notar wegen der großen Zahl an Dokumenten etwas mehr Zeit für die Ausarbeitung benötige.

Wie der Sprecher des Weltbild-Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz am Donnerstag berichtete, werde nun voraussichtlich in der kommenden Woche der Vertrag vom Notar beurkundet. Mitte Juli hatte Geiwitz überraschend bekanntgegeben, dass die Augsburger Verlagsgruppe mit ihrem Online-Geschäft und zahlreichen Buchhandlungen nun an Droege gehen soll. Die wochenlangen Verhandlungen mit der Münchner Beteiligungsgesellschaft Paragon waren zuvor gescheitert.

Der Pressesprecher betonte, dass sich durch die Verzögerung inhaltlich nichts ändere. Geiwitz und die Droege-Group stünden unverändert zu den bisherigen Absprachen. Geiwitz hatte angekündigt, dass nach dem Verkauf voraussichtlich weniger als 50 Mitarbeiter noch zusätzlich Weltbild verlassen müssen. Im Rahmen der Insolvenz des bisher von der katholischen Kirche getragenen Unternehmens waren bereits 950 Jobs gestrichen worden.