Shoppingcenter und Geschäftshäuser in Top-Lagen sind bei Investoren die bliebtesten Handelsimmobilien. Die Nachfrage ist größer als das Angebot, daher sind die Renditen bescheiden.

Handelsimmobilien in Deutschland sind enorm gefragt bei Investoren. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden rund 3 Milliarden Euro in deutsche Handelsimmobilien investiert - das sind 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Immobilienberatungsunternehmen Jones Lang LaSalle (JLL) errechnet hat.

Der Wert übertrifft laut JLL die vergangenen acht Quartale und ist das beste Quartalsergebnis seit Ende 2012. Die sieben größten Metropolen stehen dabei mit 355 Millionen Euro für rund zwölf Prozent des Volumens.

So viel in Center investiert wie noch nie

Insgesamt wird am meisten in Shoppingcenter investiert. In den ersten drei Monaten des Jahres waren das rund 1,35 Milliarden Euro - das ist eine deutliche Steigerung zum Vorjahresquartal (807 Millionen Euro).

Hier wirkt sich besonders Übernahme des niederländschen Shoppingcenterinvestors Corio durch den französischen Centerbetreiber Klépierre aus. JLL beziffert den Wert der vier ehemaligen Corio-Objekte in Deutschland (Forum Duisburg, Boulevard Berlin, Arneken-Galerie Hildesheim, Centrum-Galerie Dresden) insgesamt mit rund einer Milliarde Euro.

Fachmarktzentren werden knapp

Fachmarktprodukte sind mit 1,23 Milliarden Euro in der Summe die zweitstärkste Anlageklasse, die aber im Vergleich zum Vorjahresquartal verloren (1,55 Milliarden Euro) hat. Gewonnen haben hier die Supermärkte mit einem Volumen von 782 Millionen Euro, das ist ein Plus von rund 270 Millionen Euro.

Bei den Fachmarktzentren macht sich dagegen trotz enormer Nachfrage die Produktknappheit bemerkbar, schreibt JLL. Mit 360 Millionen Euro liegen daher die Zahlen für das erste Quartal 2015 deutlich unter dem Vorjahreswert von 666 Millionen Euro. Auch bei den Fachmärkten ist ein deutlicher Rückgang von 367 Millionen Euro auf jetzt 91 Millionen Euro zu verzeichnen.

Auch Immobilien in 1a-Lagen sind kaum noch zu haben

Auch Geschäftshäuser in innerstädtischen 1a-Lagen bleiben Favoriten der Investoren. Bis Ende März beziffert JLL das Investitionsvolumen hier auf rund 386 Millionen Euro. Damit liegt die Kategorie rund 120 Prozent über dem Vorjahresquartal. Doch auch hier ist die Nachfrage größer als das Angebot, schreibt JLL.

Warenhäuser bleiben mit einem Transaktionsvolumen von rund 47 Millionen Euro deutlich hinter dem Vorjahresniveau (338 Millionen Euro) zurück. JLL erwartet jedoch für den weiteren Jahresverlauf einen Aufwärtstrend. Die Nachfrage nach Objekten in guten Lagen sei unverändert hoch, hänge jedoch in hohem Maße von der Verfügbarkeit entsprechender Immobilien ab.

Internationale Investoren stark engagiert

Ausländische Investoren stehen wie im Vorjahr für mehr als die Hälfte des Transaktionsvolumens und erwarben immerhin drei der vier größten Transaktionen. Auf der Verkäuferseite fiel ihr Anteil mit mehr als drei Vierteln noch höher aus. Die sieben größten Transaktionen gehen allesamt von ausländischen Verkäufern aus. Per Saldo haben diese damit ihren Bestand an deutschen Einzelhandelsimmobilien im ersten Quartal reduziert.

Aufgrund der starken Handelsimmobilien-Nachfrage bewegen sich die Spitzenrenditen weiterhin auf niedrigem Niveau. Shoppingcenter liegen derzeit bei 4,5 Prozent. Fachmarktzentren beziffert JLL mit 5,5 Prozent, einzelne Fachmärkte mit 5,9 Prozent. Geschäftshäuser erreichen, als Mittelwert der Spitzenrenditen in den sogenannten Big-7-Metropolen, knapp vier Prozent.