Die Hochstimmung im deutschen Einzelhandel hat viele Facetten. Auch die Anleger drängen immer mehr auf den stabilen Markt, vor allem Fachmarktobjekte sind begehrt. Das hat Auswirkungen auf die Renditen.

Für Investoren sind deutsche Handelsimmobilien seit langer Zeit überaus attraktiv. Das drückt sich auch in der Bilanz für 2014 aus. Demnach wurden im vergangenen Jahr insgesamt rund 8,6 Milliarden Euro in Käufe deutscher Handelsimmobilien investiert, heißt es im aktuellen "Fachmarkt-Investmentreport" des Immobiliendienstleisters Jones Lang LaSalle (JLL).

Einen regelrechten Ansturm gab es auf Fachmärkte, Fachmarktzentren sowie Supermärkte und Discounter mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 4,1 Milliarden Euro. Gegenüber 2013 entspricht dies einer Zunahme um 43 Prozent. Der Anteil der Portfoliotransaktionen am Transaktionsvolumen hat im selben Zeitraum ebenfalls zugenommen. Nach knapp 50 Prozent in 2013 lag er zuletzt bei fast 60 Prozent, heißt in der JLL-Marktuntersuchung.

Trend wird auch 2015 anhalten

Jörg Ritter, bei JLL für Einzelhandel verantwortlich, macht in der Branche eine gute Stimmung für Fachmarktprodukte aus. "Insgesamt gehen wir für 2015 von einer weiterhin steigenden Nachfrage aus. Dabei wird vor allem das Interesse der internationalen Investoren überdurchschnittlich zunehmen." Neben Einzelinvestments stünden derzeit vor allem Portfolios hoch im Kurs. "Darüber hinaus dürfte im Jahresverlauf die Risikoneigung in Bezug auf die Standortqualität oder verbleibende Mietlaufzeiten weiter zunehmen.“

Die meisten Fachmarkt-Transaktionen wurden 2013/14 in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern getätigt, die Volumen betrugen jeweils mehr als 250 Millionen Euro. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wurden im selben Zeitraum jeweils zwischen 100 und 250 Millionen Euro umgesetzt. Die geringsten Volumina mit jeweils zehn bis 25 Millionen Euro registrierte JLL für das Saarland und Sachsen-Anhalt.

Renditen sinken

Unter den Käufern standen deutsche Investoren 2014 für fast die Hälfte des Transaktionsvolumens. Ein Jahr zuvor hatte der Anteil noch bei dominanten drei Vierteln gelegen. Ritter: "Das internationale Interesse an diesem Marktsegment hat deutlich zugenommen. Und das tatsächliche Interesse ist noch größer, als es die abgeschlossenen Transaktionen deutlich machen."

Die große Nachfrage hatte schon 2013 zu einem Rückgang der Spitzenrendite für Fachmärkte um 35 Basispunkte geführt. Die Rendite für große Fachmarktzentren gab im selben Zeitraum um 15 Punkte nach. Für das Jahr 2014 notiert JLL bei Fachmärkten einen weiteren Rückgang um 15 Zähler auf aktuell 6 Prozent.

Bei den Fachmarktzentren fiel der Rückgang mit fünf Basispunkten zuletzt geringer aus. Die Spitzenrendite liegt dort aktuell bei 5,60 Prozent. Bei anhaltender Nachfrage ist laut JLL eine weitere Renditekompression im Jahresverlauf 2015 nicht ausgeschlossen.