Unter dem Dach des indischen Tata-Konzerns erlebt die Traditionsautomobilmarke Jaguar eine Renaissance. Im Interview erklärt Jaguar-Deutschland-Chef Axel Ecke den Höhenflug und die weitere Strategie für die Handelspartner.

Der deutsche Automobilmarkt fährt im Rückwärtsgang. Jaguar legte in den ersten vier Monaten des Jahres um 34,4 Prozent zu. Wie begründen Sie den Erfolg?
Unser Wachstum ist in erster Linie Produkt getrieben. Der XF hat sich sehr gut etabliert und jetzt verfügen wir mit dem XF Sportbrake über einen attraktiven Kombi, der auch gewerbliche Kunden überzeugt. Zudem spricht sich die sehr gute Qualität unserer Fahrzeuge herum. Schon unter der Ford-Ägide hatte sich die Qualität maßgeblich verbessert und wir waren in der Lage, eine Drei-Jahres-Garantie zu gewähren. An diesen Verbesserungen haben wir weiter gearbeitet.

Mit dem F-Type kehrt Jaguar jetzt nach 50 Jahren ins Sportwagengeschäft zurück. Kommt der Wagen zur rechten Zeit?
Die Marke hat sich in der jüngeren Vergangenheit dramatisch gewandelt. Mit dem F-Type werden wir unser Image nochmals erheblich verjüngen. Es ist das erste Modell, das unter dem Dach des indischen Tata-Konzerns entwickelt wurde und es werden weitere folgen. Das Unternehmen investiert jährlich drei Milliarden Euro in neue Produkte.

Zur Wachstumsstrategie gehört der Ausbau des Händlernetzes. Wie kommen Sie voran?
Wir verfügen zurzeit deutschlandweit über 63 Jaguar-Standorte, die fast ausnahmslos auch unsere Schwestermarke Land Rover führen. Alles eigenständige Unternehmen. Bis 2015 sind 85 Betriebe geplant. Aktuell haben wir die bislang offenen Punkte in Krefeld, Aachen sowie Braunschweig besetzt. Und im August startet in Frankfurt am Main an der Automeile Hanauer Landstraße unser neuer Flagship-Store.

Welche Akzente setzen Sie hier?
Das wird der erste Betrieb, der unsere neuen Markensignale verwendet. Die sind derzeit noch in der Endabstimmung. Der 1.400 Quadratmeter große Showroom verfügt über moderne Einrichtungen mit 3-D-Animation.

Und müssen nun alle bestehenden Händler umbauen?
Foto: Jaguar
Foto: Jaguar
Die künftigen Standorte werden gleich in diesem neuen Design eingerichtet. Bestehende Händler sollen die Innovationen in Ansätzen übernehmen.

Jaguar erlebt nicht nur eine Renaissance, sondern bemüht sich nun auch verstärkt wieder um Flottenkunden?
Produkte wie der XF und der XF Sportbrake ermöglichen es uns, hier wieder einzusteigen. Mit Leasingraten ab 333 Euro und 520 Euro für Full Service Leasing sind wir absolut konkurrenzfähig. Wir konzentrieren uns aber natürlich nicht auf die Flotten der Großkonzerne sondern auf kleinere Gewerbetreibende.

Sind Ihre Händler auf die Bedürfnisse dieser Kunden eingerichtet?
Die entsprechenden Strukturen sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre stehen. Von unseren bestehenden Handelspartnern sind bereits 15 als Fleet-Business-Center ausgewiesen. Vier bis fünf sollen folgen. Diese Händler müssen bestimmte Leistungskriterien erfüllen, wie 24-Stunden-Service, speziell geschulte Verkäufer, gezielte After Sales- oder Mobilitätsprogramme. Dafür gewähren wir Investitionszuschüsse. Natürlich können aber auch alle anderen Betriebe Fahrzeuge an gewerbliche Kunden verkaufen.

Wie unterstützen Sie Ihre Partner ansonsten?
Zunächst sind wir zur Markteinführung des F-Type erstmals seit 1999 wieder mit TV-Werbung präsent. Der Spot läuft auf den relevanten Sendern und wird die Aufmerksamkeit für Jaguar sicher steigern. Zur Präsentation des neuen Modells haben wir verschiedene Kooperationspartner mit im Boot, wir haben eine Sonder-Leasingrate von 598 Euro aufgelegt und alle F-Type-Käufer erhalten ein kostenloses Fahrertraining mit dem ehemaligen Formel-1-Piloten Christian Danner.

Interview: Bernd Nusser