In rascher Folge erneuert die Traditionsmarke Jaguar ihr Limousinenangebot. Nun feiern die Händler die Markteinführung der zweiten XF-Generation.

Im Oktober feiert Jaguar seinen 80. Geburtstag. Und ausgerechnet im Jubiläumsjahr haben die Briten rangeklotzt wie wohl noch nie in der Unternehmenshistorie. Mit Ausnahme des noch nagelneuen Sportwagens F-Type, wird 2015 praktisch die gesamte Modellpalette erneuert.

Im Frühjahr kam der XE, jetzt folgt der XF und im Dezember steht noch der überarbeitete XJ auf dem Einführungsplan. Ganz nebenbei läuft im Werk in Wolverhampton eine ganz neue Dieselmotorengeneration vom Band - nach 690 Millionen Euro Investition. Und gleichzeitig startet bereits die Kampagne für den ersten Geländewagen der noblen Tochter des indischen Tata-Konzerns. Der F-Pace ist dann im April startklar - zum 81sten.

16.000 XF in Deutschland seit 2007

Aktuell sind die Jaguar-Händler nun also mit der Markteinführung der zweiten XF-Generation beschäftigt. Nach weltweit 280.000 und in Deutschland rund 16.000 Zulassungen seit dem Start 2007 soll das neue Modell noch stärker in die Phalanx der süddeutschen Platzhirsche eindringen, die seit Jahren die Businessklasse dominieren.

Speziell für die gewerbliche Kundschaft hat der Hersteller daher einen 2,0-Liter-Vierzylinderdiesel mit wahlweise 120 kW/163 PS oder 132 kW/180 PS aufgelegt, der mit einem Normverbrauch ab 4,0 Litern und einem CO2-Emissionswert von 104 g/km die Fuhrparkmanager überzeugen soll - in Kombination mit einer monatlichen Leasingrate von 330 Euro und einer Drei-Jahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung inklusive Serviceleistungen. Demnach entstehen über die allgemein 36-monatige Leasinglaufzeit keine zusätzlichen Kosten.

Listenpreise starten bei 41.350 Euro

Die Listenpreise starten bei 41.350 und reichen bis 70.390 Euro für den 280 kW/380 PS starken Sechszylinder-Benziner mit Allradantrieb und Achtgang-Automatikgetriebe. Angesichts von fünf Motoren und fünf Ausstattungsstufen bietet der kleine Hersteller große Vielfalt.

Um Audi A6, BMW 5er und der im Frühjahr neu erscheinenden E-Klasse von Mercedes-Benz tatsächlich Paroli bieten zu können, haben die Jaguar-Ingenieure dank des verstärkten Einsatzes von Aluminium nicht nur das Gesamtgewicht um 190 Kilogramm gedrückt und den cW-Wert auf 0,26 gesenkt, sondern auch bei der technischen Ausstattung bis hin zum laserbasierten Head-Up-Dispaly und dem neuen Navigations- und Informationssystem aufgeholt.

Ein wenig mehr Noblesse geht noch

Doch trotz all der schmucken Zutaten fehlt es der 4,95 Meter langen Karosse ein wenig an jener Noblesse, die man in diesem Segment von dieser traditionsreichen Marke einfach erwartet. Im Innenraum trübt allzu viel schwarzes Hartplastik das Wohlfühlerlebnis und im immerhin 540 Liter fassenden Kofferraum kommt das nackte Blech zum Vorschein. Und so gibt es auch nach den anstehenden Geburtstagsfeierlichkeiten noch jede Menge zu tun.

Bernd Nusser