Natürlich kann man über Usability sprechen, über Conversion und Innovationen nachdenken. Doch im Interview mit etailment stellt Jan Kegelberg, Chief Digital Officer bei SportScheck, zu Recht gleich einmal die existenziellen Fragen. Welche Fragen das sind und wer die zentralen Gatekeeper sein werden, lesen Sie im Interview. Weitere Antworten gibt der Digitalexperte auf dem etailment Summit am 29. September in Frankfurt.


Plattformen entwickeln eine immer größere Magnetwirkung. Auch im E-Commerce.  Müssen sich andere Händler einvernehmen lassen oder wo können sie beim Kunden noch eigene Akzente setzen?

Jan Kegelberg: Die Aufgabe des Händlers ist es Sortimente für Kunden zu kuratieren. Eine Plattformstrategie ermöglicht es eigene Sortimente im Sinne des Kunden anzureichern. Hieraus können für alle Parteien Mehrwerte geschaffen werden.

Wie wird die zunehmend vernetzte Technologie das Verhalten der Kunden ändern?

Jan Kegelberg: Customer Journeys werden immer kürzer. Von Inspiration bis zum Kaufabschluss vergehen in Zukunft nur noch wenige Minuten oder Sekunden. Vertrauen und damit Marke wird in dieser Welt elementar.

"Conversational Commerce wird den Kundendialog dominieren."

Wo sehen Sie für ihre Branche den größten Nachholbedarf bei Innovationen?

Jan Kegelberg: Es fehlt die Innovation im Handelskonzept. Warum existieren wir? Warum braucht der Kunde uns? Diese Frage wird zu wenig gestellt und beantwortet. Ohne eine klare Antwort gibt es auch keine Leitplanken für Innovationen.

Wenn sich Kanäle und Verhalten ändern, hat das Auswirkungen auf die Kommunikation mit dem Kunden. Wie und wo kann man Kunden im Marketing künftig erreichen?

Jan Kegelberg: Conversational Commerce wird den Kundendialog dominieren. Nicht in zwölf Monaten, aber in drei Jahren werden Chat-Apps hier eine zentrale Gatekeeper-Rolle einnehmen.

Welcher Trend im digitalen Handel wird am meisten unterschätzt?

Jan Kegelberg: Conversational Commerce.

Welcher Trend wird am meisten überschätzt?

Jan Kegelberg: Virtual Reality.

Wann hat Sie ein Wettbewerber das letzte Mal überrascht?

Jan Kegelberg: Lululemon. Die Art wie man dort das Kundenfeedback auf einer Kreidetafel sofort dokumentiert, zeigt, dass man den Kunden mit seiner Meinung ernst nimmt. Kritik ist erwünscht und wird konstruktiv zur Verbesserung des Kundenerlebnisses genutzt.  




Was geht im Onlinehandel heute? Was passiert morgen? Antworten gibt’s beim etailment Summit am 29. September in Frankfurt. Wo es lang geht beim Omnichannel sagen Macher und Könner wie Helmar Hipp von Cyberport, Neela Montgomery als Konzern-Vorstand Multichannel-Retail der Otto Group, Jan Kegelberg von SportScheck, Timo Schamber von Liefery, Christoph Lange von Zalando, jede Menge Startups, Günther Althaus von ANWR und Business-Vordenker Tim Leberecht aus dem Silicon Valley. Startups mit frischen Ideen stellen wir im neuen Format „1.000 Sekunden Zukunft" vor.
Am Vorabend werden mit einer großen Party die e-Stars 2016 gefeiert. Der Branchenpreis e-Stars würdigt seit 2013 ein Startup und einen Retailer, die den Online- und Omnichannel-Handel aktiv gestalten und Trendsetter für die Branche sind. Die Sieger werden rockig im angesagten Frankfurter Club CHINASKI  erstmals vorgestellt und dann gefeiert. Mit dabei: Der legendäre DJ Julian Smith.