Atommeiler in Trümmern, Angst vor atomarer Verstrahlung: Die Japan-Krise schlägt auch deutschen Verbrauchern aufs Gemüt, fürchtet die GfK.

Die Japan-Krise wird nach Prognosen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in den kommenden Monaten die Kauflust der Bundesbürger weiter dämpfen. "Die Folgen sind im Moment noch schwer abzuschätzen. Ich gehe aber davon aus, dass die Konsumstimmung eine kleine Pause einlegen wird", sagte GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

In der Konsumklimastudie für März, die heute (Dienstag) veröffentlicht wird, ist der Einfluss der Japan-Krise auf die Konsumstimmung der Deutschen noch nicht erfasst worden.

"So etwas wie in Japan lässt die Menschen nicht unbeeindruckt. Die Angst, dass sich so eine Katastrophe auch in Deutschland ereignen könnte, wirkt sich natürlich auch auf die Konsumstimmung aus", sagte Wübbenhorst. "Dabei gibt es rein faktisch gar keinen Grund für eine Verschlechterung der Kauflaune", fügte er hinzu. Deutschland habe eine niedrige Arbeitslosigkeit, die Löhne stiegen, viele Beschäftigte hätten vorgezogene Einmalzahlungen erhalten.

"Harte" Faktoren sprechen für Verbesserung

Den leichten Abwärtstrend bei der Konsumstimmung im März ist daher nach Wübbenhorsts Ansicht keineswegs das Ende des monatelangen Höhenflugs beim Konsumklima. Die aktuelle Stimmung werde ausschließlich von "weichen Faktoren" bestimmt. Die harten wirtschaftlichen Faktoren sprächen für eine weitere Verbesserung des Konsumklimas.
 
"Sobald etwa Libyen von der Bildfläche verschwindet, tritt die aktuell gute wirtschaftliche Lage in den Vordergrund; dann wird auch das Konsumklima wieder beflügelt. Für mich ist beim Konsumklima noch Luft nach oben drin", sagte Wübbenhorst.

"Beschäftigte stärker an Gewinn beteiligen"

Zugleich sprach sich Wübbenhorst in dem dpa-Gespräch für eine stärkere Gewinnbeteiligung der Beschäftigten aus. "Ich sehe Raum für höhere Löhne, die in diesem Jahr auch teilweise schon gezahlt werden. Die Beteiligung der Mitarbeiter an Unternehmensgewinnen ist völlig vernünftig", sagte Wübbenhorst.

Allerdings sollten die flexiblen Anteile bei Lohnerhöhungen ausgeweitet werden. "Neben moderaten Anhebungen der Tariflöhne sollte es bei guter Konjunkturlage verstärkt Einmal- oder Bonuszahlungen an die Beschäftigten geben", schlug der GfK-Chef vor. Einmal- und Bonuszalungen seien für Firmen besser verkraftbar als klassische Tariflohnerhöhungen.

Klaus Tscharnke, dpa