Um Haushaltsdefiziten und steigenden Anforderungen entgegen zu wirken, greifen immer mehr Behörden auf private Leistungsträger zurück. Das ergab eine am 26. November veröffentlichte Umfrage zum Thema Outsourcing im öffentlichen Sektor unter hundert Entscheidern der öffentlichen Hand.

Um Haushaltsdefiziten und steigenden Anforderungen entgegen zu wirken, greifen immer mehr Behörden auf private Leistungsträger zurück. Das ergab eine am 26. November veröffentlichte Umfrage zum Thema Outsourcing im öffentlichen Sektor unter hundert Entscheidern der öffentlichen Hand.

Durchgeführt haben die Untersuchung Accenture und das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. Demnach haben 68% der untersuchten Behörden bereits ein oder mehrere Outsourcing-Projekte realisiert und sind mit den Ergebnissen durchaus zufrieden. Weitere 25% planen, kurzfristig Funktionen an Unternehmen der Privatwirtschaft abzugeben.

Mit zunehmender Erfahrung rücken Bürger-Services, IT-Systeme und komplette Geschäftsprozesse in den Mittelpunkt. Verwaltungsvertreter wollen sich auf Kernkompetenzen konzentrieren, Prozesse effizienter gestalten und den Mangel an qualifiziertem Personal ausgleichen. Verwaltungen, die bereits mit Outsourcing Erfahrungen gemacht haben, zeigen eine wesentlich höhere Bereitschaft, sowohl Prozesse auszulagern als auch neue Finanzierungs- und Projektformen zu wählen. Bei Verwaltungen ohne diese Praxis machen die Experten von Accenture und Fraunhofer eine gewisse Ignoranz aus.

Die öffentlichen Auftraggeber erwarten, dass knapp die Hälfte aller laufenden Outsourcing-Projekte innerhalb eines Jahres unmittelbaren Nutzen bringen. Bei der anderen Hälfte sollen sich die geplanten Vorteile spätestens nach drei Jahren einstellen. Als noch zu überwindende Hindernisse sehen die Befragten gesetzliche Rahmenbedingungen (69%) und Datenschutzbestimmungen (74%). Dazu kommen arbeitsrechtliche Aspekte und Bedenken von Personalräten und Belegschaft: Der Übergang von Beamten und öffentlichen Angestellten in privatrechtlich organisierte Arbeitsverhältnisse ist komplexer als in privatwirtschaftlichen Outsourcing-Projekten. Außerdem macht man sich Sorgen, mit dem Outsourcing die Kontrolle über die ausgelagerten Aktivitäten zu verlieren.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland im Mittelfeld. Einige europäische Nachbarländer sind schon weiter fortgeschritten. In Großbritannien wendet man sich zunehmend an Privatdienstleister, wenn es um Aufgaben aus Personalplanung und -entwicklung, Logistik oder dem Finanzwesen geht. Modelle mit privater Finanzierung werden geplant und Leistungen statt Ressourcen gekauft. Seit die Leistungen etwas kosten, habe sich der Umgang mit den Ressourcen sensibilisiert und der Verbrauch sei gesunken. "Da haben die deutschen Behörden noch erheblichen Aufholbedarf", kommentiert Holger Bill, Partner bei Accenture und verantwortlich für den Bereich Öffentliche Verwaltung. (AP)


KONTAKT:

Accenture
Sonja Fink
Campus Kronberg 1
61476 Kronberg
Tel.: 06173-9466273
Fax: 06173-9466971
E-Mail: sonja.fink@accenture.com
Internet: www.accenture.de