Das Qualitätsverbesserungsprogramm zeigt Erfolg: Zahlreiche Hyundai-Händler nehmen eine externe Beratung gerne an und setzen die Ergebnisse um.

3.000 Euro kostet Händler des koreanischen Automobilherstellers Hyundai ein einziger Beratungstag – doch das Geld scheint gut angelegt. Ob Kommunikation von Führung und Mitarbeitern, organisatorische Abläufe, Auftragsannahme- und Abwicklungsprozesse oder die Gesprächsführung mit den Kunden – im Rahmen der selbst gewählten Betriebsanalyse „wird jeder Stein umgedreht“, wie Hyundai-Deutschland-Geschäftsführer Markus Schrick erklärt.

Seit knapp zwei Jahren bietet der Importeur mit Sitz in Offenbach seinen 390 Vertriebspartnern mit insgesamt 560 Standorten die gezielte Begutachtung der Betriebe an. Mehr als 150 Händler hätten davon bereits Gebrauch gemacht, 2016 sollen 60 weitere folgen „und wir können uns vor Aufträgen gar nicht retten“, sagt Schrick.

Ein beauftragtes Beratungsunternehmen nimmt zusammen mit Hyundai-Mitarbeitern das jeweilige Unternehmen einen Tag lang genau unter die Lupe und bespricht die gewonnenen Erkenntnisse hernach mit den Händlern. Dabei werden konkrete Maßnahmen erarbeitet, die alle Beteiligten auch tatsächlich umsetzen wollen. Sind 80 Prozent davon erfüllt, bekommt der Händler die Hälfte der Beratungskosten erstattet. Markus Schrick: „Wir steigern mit dieser Maßnahme kontinuierlich unsere Servicequalität.“

Flottenabsatz steigt um 29 Prozent

Auch die inzwischen 70 sogenannten Fleet-Businesscenter hätten ihre Leistung erheblich verbessert. Was der erfahrene Automobilmanager mit Zahlen unterlegt: In den ersten zehn Monaten des Jahres hätte die Marke 11.350 Flottenfahrzeuge abgesetzt – 29 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem der iX35-Nachfolger Tucson sei sehr gut angelaufen. Seit Sommer seien bereits mehr als 10.000 Bestellungen eingegangen.

2016 sollen 30 weitere Handelsbetriebe ans Netz gehen; auch die Zahl der auf den neuen Transporter H 350 spezialisierten Partner soll von 40 auf 60 erhöht werden.

Ende 2016 kommt der erste Hyundai-Hybrid

Zudem planen die Koreaner, die hierzulande freilich mehr als 90 Prozent ihrer Fahrzeuge aus europäischer Fertigung absetzen, im nächsten Jahr auch den Einstieg in die Elektrifizierung. Für das vierte Quartal verspricht Schrick das erste Hybridmodell der Marke, mit einer eigenständiger Karosse. 2017 soll ein vollelektrischer Antrieb folgen.

Zuvor erhalten die Kleinwagen i10 und i20 eine neue Motorengeneration und für die Oberklasselimousine Genesis folgt zum Jahresende 2016 dann endlich auch der für die europäischen Märkte so dringend benötigte Diesel. „Schließlich sei der Diesel für die gesamte Industrie nicht wegzudenken, um die geforderten Abgasgrenzwerte zu erreichen“, unterstreicht Markus Schrick mit Blick auf die durch den Volkswagen-Manipulationsskandal ausgelöste, aktuelle Diskussion.

Bernd Nusser