Die zunehmende Verbreitung von Smartphones bringt das Thema mobile Zahlungslösungen wieder in die Diskussion. Eine aktuelle Studie der GfK beleuchtet Chancen und Herausforderungen des Mobile Payment. 

Das Bezahlen mit dem Mobiltelefon, so genanntes Mobile Payment (M-Payment), wartet in Deutschland nach wie vor auf den Durchbruch, obwohl dem Handy als Geldbörsenersatz seit Jahren eine glorreiche Zukunft versprochen wird.

Laut einer internationalen Studie von GfK Custom Research findet hierzulande die Hälfte der Verbraucher mobile Zahlungslösungen reizvoll (56 Prozent). Die Vielzahl der traditionellen und komfortablen Bezahlsysteme wie EC- und Kreditkarte lässt das Interesse aber niedriger als in anderen Ländern ausfallen.

Internationale Unterschiede bei der Akzeptanz

Die Verbraucher in China (82 Prozent) und Brasilien (73 Prozent) sind weitaus begeisterter von Mobile Payment. In diesen Ländern sind flächendeckende Zahlungssysteme mittels Kredit- oder Bankkarten freilich auch deutlich weniger etabliert. 

Im internationalen Durchschnitt bewerten 62 Prozent der Verbaucher Mobile Payment Angebote als reizvoll, wie die von GfK Custom Research in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Brasilien, Süd Korea, China und den USA durchgeführte Studie zeigt.

Entscheidender Erfolgsfaktoren für mobile Zahlsysteme sind laut der GfK Erhebung Vertrauen in die Anbieter und Nutzungsfreundlichkeit.

Finanzdienstleister genießen Vertrauensvorschuss

Fragt man die Verbraucher, bei welchem der potenziellen Anbieter von Mobile Payment-Angeboten sie sich am sichersten fühlen würden, dann punkten weltweit vor allem die Finanzdienstleister. Speziell Banken genießen hier einen großen Vertrauensvorschuss. Im Schnitt aller untersuchten Länder geben 73 Prozent der Befragten an, dass sie Banken als Mobile Payment-Anbieter Vertrauen entgegenbringen.

In Deutschland liegt der Wert mit 86 Prozent sogar deutlich darüber. Kreditkartenunternehmen erreichen unter den Deutschen einen Wert von 71 Prozent, Mobilnetzbetreiber noch 63 Prozent. Einer Kooperation von Banken und Mobilnetzbetreibern als Anbieter von Mobile Payment würden 74 Prozent der Deutschen vertrauen.

Mobile Commerce mit etablierten Zahlungslösungen

Aktuell zahlen rund 45 Prozent aller Personen, die ihr Smartphone auch zum Einkaufen verwenden, per Rechnung oder Kreditkarte. So lautet das Ergebnis einer gemeinsamen Umfragen des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) und der CEG Creditreform Consumer GmbH. Allerdings zahlen bereits 38 Prozent der Handy-Shopper ihre Einkäufe über die mobilen Payment-Dienstleister. Etwa 16 Prozent der Smartphone-Besitzer nutzt den eigenen Netzanbieter, um zu bezahlen.

"Es wundert nicht, dass beim Mobile Commerce zurzeit noch die traditionellen Zahlarten den meisten Zuspruch finden. Wenn Kunden neue Vertriebswege testen, wollen sie kein Risiko bei der Bezahlung eingehen und vertrauen auf bewährte Zahlarten wie Rechnungskauf oder die Bezahlung per Kreditkarte", erläutert Siebo Woydt, Geschäftsführer der CEG Creditreform Consumer GmbH.

Die Technologie für mobile Zahlungslösungen ist seit Jahren vorhanden und in anderen Ländern wie Japan oder Süd Korea bereits erprobt. So genannte Near Field Communication (NFC)-Chips in den Mobiltelefonen ermöglichen es, Geldbeträge an Geräte in unmittelbarer Nähe zu senden. Also beispielsweise an die Kasse in einem Geschäft oder ein anderes Mobiltelefon.

In der Vergangenheit wurde immer wieder ein baldiger Durchbruch für Mobile Payment basierend auf NFC-Technologie prophezeit. In den meisten Ländern mangelte es bis dato laut GfK aber an der notwendigen Zusammenarbeit von Netzbetreibern, Finanzinstituten und den Herstellern der Mobiltelefone, um dem System zum Erfolg zu verhelfen.