Mehr als jeder zweite deutsche Online-Shop liefert seine Waren auch ins Ausland. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle E-Payment-Barometer, das die wichtigsten Trends im Internet-Zahlungsverkehr aufzeigt.

Deutsche Onlineshop-Betreiber sind rege im Auslandsgeschäft engagiert: Mehr als die Hälfte der deutschen Internet-Shops liefert ihre Ware auch an Kunden im Ausland. Das zeigt das aktuelle E-Payment-Barometer, eine gemeinsame Befragung von ibi research, dem Wirtschaftsmagazin Der Handel und der Kreditkartengeschaft MasterCard.

54 Prozent der teilnehmenden Webshop-Betreiber verkaufen ihre Waren danach aktiv ins Ausland. Bei Händlern mit einem Umsatz über 500.000 Euro sind es sogar 64 Prozent der Teilnehmer. Lediglich 7 Prozent der Befragten Teilnehmer akzeptieren keine Aufträge aus dem Ausland.

Hoher Anteil von Auslandsumsätzen

Die beliebtesten innereuropäischen Zielmärkte sind Österreich und die Schweiz, außereuropäisch liegen die USA ganz vorne. Besonders hervorzuheben ist, dass knapp ein Drittel aller Händler für ihr Auslandsgeschäft einen eigenen, auf die Länder abgestimmten, Shop anbietet.

„Die Ergebnisse des E-Payment-Barometers verdeutlichen die Wichtigkeit des Auslandsgeschäfts für die Händler. 18 Prozent der Gesamtbestellungen stammen aus dem Ausland, bei größeren Händlern sind es sogar knapp ein Viertel aller Bestellungen", sagt Dr. Georg Wittmann, Senior Consultant bei ibi research.

Brüsseler Pläne stoßen auf Skepsis

Brisant sind diese Ergebnisse vor dem Hintergrund der Brüsseler Pläne, Internethändler per Gesetz innerhalb der Europäischen Union einem Belieferungszwang auszusetzen. Jeder Online-Shop müsste damit auf Verlangen des Kunden zwangsweise auch ins Ausland liefern und sich den jeweiligen nationalen Rechtsvorschriften unterwerfen.

Auf diese Weise will das Europäische Parlament den Binnenmarkt beleben. Hinderungsgrund für den Verkauf ins Ausland sind laut E-Payment-Barometer derzeit zumeist Rechtsunsicherheiten (69 Prozent), die Scheu vor dem Übersetzungsaufwand (45 Proznet) sowie Schwierigkeiten, einen adäquaten Kundenservice in der jeweiligen Sprache anbieten zu können (40 Prozent) und der logistische Aufwand eines Auslandversandes (39 Prozent).  

Aus dem aktuellen E-Payment-Barometer geht weiterhin hervor, dass die Kreditkarte von den Händlern als „sehr gut" für den internationalen E-Commerce angesehen wird. Bezahlen auf Rechnung und Lastschrift hingegen werden mit „ausreichend" bewertet.

Interesse an der Option "Kauf auf Rechnung"

Im Inlandsgeschäft ist der Kauf auf Rechnung dagegen aktuell ein heißes Thema für viele Onlineshopbetreiber. 12 Prozent der Händler mit einem Jahresumsatz von mehr als 500.000 Euro erwägt diese Zahloption künftig zu integrieren, bei den kleineren Händlern planen dies sogar 14 Prozent. 

Insgesamt sind die Umsätze in den letzen drei Monaten bei zwei Dritteln der Händler gestiegen. Bei 21 Prozent ist der Umsatz konstant geblieben.

Bei der Auswahl von Zahlungsverfahren steht für Händler der Schutz vor Zahlungsausfällen nach wie vor ganz oben auf der Prioritätenliste (66 Prozent). Ebenso wichtig sind aber auch die Kosten des Verfahrens sowie die Akzeptanz im deutschsprachigen Raum (ebenfalls jeweils 66 Prozent).

Die vollständigen Ergebnisse des aktuellen E-Payment-Barometer erhalten Sie ab Montag hier.