Lange wurde gerätselt, wie Karstadt die Zukunft meistern will. Nun existiert ein Masterplan für das Warenhaus. Dessen Chef hat ihn heute aber erst dem Aufsichtsrat vorgestellt.

Gut ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt hat der frühere Woolworths-Manager Andrew Jennings am Mittwoch dem Aufsichtsrat der Warenhauskette Karstadt seine neue Strategie vorgestellt. Das wurde aus Unternehmenskreisen in Essen bekannt, Einzelheiten wurden jedoch zunächst nicht genannt.

Einen öffentlichen Auftritt von Jennings hatte Karstadt nicht vorgesehen. Nach der Vorlage beim Kontrollgremium solle zunächst die Belegschaft über das neue Konzept informiert werden, hieß es.

Der Investor Nicolas Berggruen hatte die insolvente Warenhauskette im Oktober vergangenen Jahres übernommen. Seitdem ist der Amerikaner ein großes Konzept schuldig geblieben, mit dem er die Warenhauskette zukunftsfähig machen will. Wenigstens werden nun verschiedene Filialen im Land renoviert.

Jennings, der Sanierer

Der britische Manager Jennings, der seit Jahresbeginn an der Karstadt-Spitze steht, gilt als erfahrener Sanierungsexperte. Er hatte bis Ende 2009 bei Woolworths Südafrika Erfahrung bei der Restrukturierung einer Kette mit 400 Warenhäusern und einem Umsatz von 2,8 Milliarden US-Dollar (gut 2 Milliarden Euro) gesammelt.

Mit rund 22.000 Mitarbeitern betreibt Karstadt derzeit 86 Warenhäuser, drei sogenannte Premium-Häuser und 26 Sporthäuser.

Die Aufteilung des Unternehmens in die drei eigenständigen Bereiche war im Mai dieses Jahres unter der Regie von Jennings beschlossen worden. Damals hatte das Unternehmen versichert, alle drei Geschäftsbereiche langfristig und systematisch weiterentwickeln zu wollen.