An guten Geschäften hat München wahrlich keinen Mangel. Und nun ist ein weiterer starker Handelsstandort hinzugekommen. Drei Unternehmen haben hier große Flächen bezogen.

Vor etwas über drei Jahren residierte hier Karstadt am Dom. Doch davon ist heute nichts mehr zu sehen, das alte Gebäude ist einem Neubau gewichen - und an seiner Stelle ist ein attraktiver Handelsstandort in der Münchner Innenstadt entstanden. Am Donnerstag wurde das Joseph Pschorr Haus eröffnet. Der Standort in bester Lage war von Anfang an begehrt bei Einzelhändlern - schon zwei Jahre vor Fertigstellung waren sämtliche Flächen vermietet, betont der Investor Bayerische Hausbau.

Auf 19.000 Quadratmeter Handelsfläche residieren seit Donnerstag SportScheck mit einem Flagship Store auf 10.000 Quadratmeter, die nach Berlin zweite deutsche Filiale der amerikanischen Modekette Forever 21 (6.800 Quadratmeter) sowie ein Laden des Textilhändlers Mango (2.300 Quadratmeter). SportScheck hat sein bisheriges Stammhaus in der Sendlinger Straße ins Pschorr-Haus verlegt, um sich im Wettkampf mit dem örtlichen Globetrotter und dem Local Hero Sport Schuster zu positionieren. Mango betreibt in der Neuhauserstraße seinen weltweit größten Store.

Insgesamt wurden im Joseph Pschorr Haus auf einer Grundstücksfläche von rund 5.000 Quadratmeter rund 48.000 Kubikmeter Beton und 5.500 Tonnen Stahl verbaut. Ab Mitte Oktober beginnt auch die Vermietung der 25 exklusiven Wohneinheiten im gehobenen Segment. Hier handelt es sich um 2.500 Quadratmeter Mietfläche, teilweise mit Blick auf die Frauenkirche.

Große Nachhaltigkeit

Bereits im Dezember 2010 wurde das Haus mit dem Vorzertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet. Mit insgesamt 82,7 Prozent hat das Gebäude die beste Kategorie "Gold" erreicht. Diesen Spitzenwert erzielt das Joseph Pschorr Haus unter anderem durch den Einsatz einer Fotovoltaikanlage. Der durch diese Anlage gewonnene Solarstrom wird zu 100 Prozent für die Eigenversorgung in der Haustechnik zum Heizen, Kühlen und Lüften verwendet. Zudem wird das Joseph Pschorr Haus an das Fernwärme- und Fernkältenetz der Landeshauptstadt München angeschlossen. Fernwärme und -kälte gelten in München als ökologischste Form der Energieversorgung für Heizung, Warmwasser und Kühlung.

Zudem wird das Regenwasser für das Kühlsystem und die Bewässerung der Grünflächen des Gebäudes genutzt. Der Primärenergiebedarf des Hauses wird in Bezug auf die derzeit gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) um rund 30 Prozent unterschritten.