Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will es genau wissen: Der Verzicht mehrerer Kommunen auf Steueransprüche von Karstadt wird genauer geprüft.

Eine verwaltungsrechtliche Prüfung soll Klarheit darüber verschaffen, ob der Verzicht der Karstadt-Kommunen auf Gewerbesteuer-Ansprüche rechtsverbindlich ist, sagte ein Sprecher des Karstadt-Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg.

Am Dienstag wurde bekannt, dass genügend Kommunen auf ihre Steueransprüche gegenüber dem Unternehmen verzichten. Damit wäre eine wichtige Bedingung für das Gelingen des Insolvenzplans erfüllt.

Entstehen würde dieser Posten nur durch den im Insolvenzplan vorgesehenen Verzicht der Gläubiger auf bis zu 97 Prozent ihrer Forderungen von bis zu zwei Milliarden Euro. Theoretisch wären dadurch Gewerbesteuerforderungen von etwa 140 Millionen Euro entstanden.

Nur drei Kommunen wollen nicht verzichten

Nur drei der 94 betroffenen Kommunen bestehen noch auf Steuerzahlungen. Die Prüfungen werden voraussichtlich am Montag abgeschlossen sein. Dann wollen die Gläubiger entscheiden, an welchen Bieter Karstadt gehen soll.

Zum Bieter-Kreis gehören der Finanzinvestor Triton, der Milliardär Nicolas Berggruen und das Warenhaus-Vermieterkonsortium Highstreet, das zum Teil zur US-Bank Goldman Sachs gehört, sowie der russische Unternehmer Artur Pachomow.

Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.