35 Hinweise, aber noch keine heiße Spur. Der Juwelenraub im KaDeWe hält die Berliner Polizei auf Trab. Die Polizei in Amsterdam wurde derweil von zwei Spaßvögeln beschäftigt.

Zwei Männer aus Berlin sollen einem Gastwirt in Amsterdam angebliche Schmuckstücke aus der Beute angeboten haben, berichtet die niederländische Polizei. Allerdings stellte sich die Aktion wenig später als Scherz heraus, berichtet die "Berliner Morgenpost". Denn den beiden Berlinern ist kein Zusammenhang mit dem Raub im KaDeWe nachzuweisen gewesen.

Von den tatsächlichen Tätern fehlt nach wie vor jede Spur - trotz Aufnahmen auf einem Videoband. Die Berliner Polizei geht derzeit 35 "prüfenswerten" Hinweisen nach, wie die Behörden an diesem Donnerstag mitteilten.

Ein Raub wie lange nicht mehr in Deutschland

Immerhin bestätigte die Polizei zum ersten Mal, dass die Diebe am Sonntag sogar zweimal ins Luxuskaufhaus eingedrungen waren, um eine Filiale des Juweliers Christ auszurauben. Derzeit wird von einer Schadenssumme von zwischen vier und sechs Millionen Euro spekuliert - einen Raub in vergleichbarer Dimension soll es seit dem zweiten Weltkrieg in Deutschland nicht gegeben haben.

Der Raub im KaDeWe war am frühen Montagmorgen von einem Wachmann entdeckt worden. Bei diesem Überfall wurden Vitrinen eingeschlagen sowie Schränke aufgehebelt und nur teure Schmuckstücke und Uhren entwendet. Über die Höhe und Einzelheiten des Schadenshöhe gab es aus der Christ-Zentrale in Hagen noch keine Angaben.

100.000 Euro Belohnung

Das Unternehmen hat jedoch für sachdienliche Hinweise, die zur Wiederbeschaffung der Schmuckstücke führen, eine hohe Belohnung ausgesetzt: Laut "Berliner Morgenpost" wurden zehn Prozent des wiederbeschafften Wertes ausgelobt, maximal jedoch 100.000 Euro.

Die Christ-Filiale im KaDeWe ist bereits im Juli 1994 überfallen worden. Damals drangen die Täter über einen Baukran ins Gebäude und stahlen Schmuck im Wert von rund 600.000 Euro.