Ostern ist für den Handel traditionell der Start in die Frühlingssaison. Das andauernde Winterwetter macht vielen Händlern jedoch schlechte Laune.

Der lange Winter kostet viele Einzelhändler im wichtigen Ostergeschäft Umsatz. Normalerweise starten die Händler rund um die Feiertage in die Frühlingssaison. T-Shirts, Balkonpflanzen und Terrassenmöbel finden bei diesen Temperaturen aber nicht die Abnehmer wie sonst üblich. Zu allem Überfluss sitzt das Geld für Geschenke einer Studie zufolge nicht so locker wie in den Vorjahren.

Fast jeder zweite Verbraucher in Deutschland (44 Prozent) will in diesem Jahr überhaupt nichts zu Ostern verschenken, wie das Beratungsunternehmen Ernst & Young herausfand. Im Durchschnitt plant jeder Bundesbürger 26 Euro für Ostergeschenke ein. Nur sechs von 100 wollen Geschenke im Wert von über 100 Euro machen. Beliebteste Gaben sind Süßigkeiten, Bücher, Spielwaren und Geldgeschenke.

Steigende Energiepreise drücken Kauflaune

"Man sieht, dass Handel und Konsumgüterindustrie versuchen, jedes Fest aufzupeppen", erläutert Studienautor Thomas Harms. Aber bei den Verbrauchern drücken die Euro-Schuldenkrise und steigende Energieprise auf die Kauflaune.

Ostern ist nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) nach Weihnachten der zweitwichtigste Anlass für Geschenke und traditionell der Start in die Frühlings- und Sommersaison. Denn zu Ostern haben die Kunden wegen der Ferienzeit mehr Zeit fürs Einkaufen. Besonders stark schnellt in diesen Tagen der Umsatz mit Schokoladenprodukten in die Höhe - den Osterhasen sei Dank. Bei den Herstellern laufen in diesem Jahr fast 190 Millionen Schoko-Osterhasen vom Band.

Auf schnelle Wetteränderung hoffen insbesondere Baumärkte, Gartencenter und natürlich die Textilbranche, deren Zulauf auch in großem Maße vom Wetter abhängt. "Viele Verbraucher kaufen Bekleidung anlassbezogen. Ostern ist ein Familienfest. Dann wird natürlich auch gern etwas Neues gezeigt", schildert Axel Augustin, Geschäftsführer im Branchenverband des Modefachhandels BTE. Nach Weihnachten und Silvester sorge Ostern üblicherweise für kräftig klingelnde Kassen.

Kälte hält die Käufer von Frühjahrsmode zurück

In diesem Jahr mache bislang allerdings der nicht enden wollende Winter den meisten Fachhändlern einen Strich durch die Rechnung. "Die Frühjahrsmode kommt gut an. Viele Leute sagen, das gefällt mir. Weil es aber noch nicht getragen werden kann, halten sich auch viele Kunden noch zurück", beschreibt Augustin. Durch die Osterferien bestehe nun für die Branche auch noch das Risiko, dass Urlauber außerhalb Deutschlands an ihren warmen Ferienorten Frühlings- und Sommermode kauften, anstatt das Geld zu Hause auszugeben.

Nach Daten der Fachzeitschrift "Textilwirtschaft" kosteten die Schneefälle bis in den März hinein die Modebranche kräftig Umsatz. In den ersten elf Wochen 2013 habe die Branche in acht Wochen ein Umsatzminus gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres erlitten. In der vergangenen Woche betrug das Umsatzminus den Daten zufolge 13 Prozent.

Eigentlich müsste die Modebranche derzeit kräftig im Plus liegen, findet Augustin, weil die Osterfeiertage eine Woche früher als 2012 liegen. Einzelne Händler starteten in den vergangenen Wochen schon Aktionen beispielsweise mit Gutscheinen oder preislich besonders attraktiven Kollektionsteilen, um die Nachfrage anzukurbeln.

Spielwarenbranche rechnet nicht mit großen Sprüngen

Die deutsche Spielwarenbranche rechnet beim Ostergeschäft nicht mit großen Sprüngen. "Da wird sich nicht wahnsinnig viel tun", sagt der Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwaren-Industrie, Ulrich Brobeil. 2013 werde der Anteil des Ostergeschäfts am Gesamtumsatz der Branche nach seinen Erwartungen bei etwa vier Prozent - rund 100 Millionen Euro - liegen. Die Zahl habe in den vergangenen Jahren nahezu stagniert. Zum Vergleich: Das Weihnachtsgeschäft macht im Schnitt gut 32 Prozent der Erlöse aus.

Vielleicht können jüngste Vorhersagen von Meteorologen etwas zur Stimmungsaufhellung im Handel beitragen: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verkündete am Freitag: "Ostern endet die Fastenzeit und auch die Winter-Qual." Die Experten schränkten aber gleich wieder ein: Sicher sei eine so lange Vorhersage nicht.