Eine Initiative will auf die Einhaltung von Öko- und Sozialstandards in deutschen Supermärkten achten. Dahinter stehen nicht nur Gewerkschaften.

Mit der steigenden Marktkonzentration der Unternehmen nehme die Abhängigkeit der Lieferanten zu, teilte die Supermarkt-Initiative in Berlin mit. Durch den Verdrängungswettbewerb und den Preiskampf würden zudem zunehmend normale Arbeitsverhältnisse durch Niedriglohn und Minijobs ersetzt. Dem Bündnis gehören insgesamt 19 Organisationen aus den Bereichen Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft sowie Gewerkschaften an.

Mit ihrer Marktmacht drückten die Ketten die Preise der Lieferanten. Dieser Kampf werde zumeist auf den Rücken der Beschäftigten in Entwicklungsländern ausgetragen, sagte Marita Wiggerthale von der Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam.

Der Preis bestimmt die Qualität

„Listungsgebühren und Regalmieten sind gang und gäbe im Lebensmitteleinzelhandel”, beklagte Micha Heilmann von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten. Bei den Lebensmitteln bestimme in den vergangenen Jahren immer weniger die Qualität den Preis, sondern der Preis die Qualität.

Uwe Wötzel von der Gewerkschaft Verdi kritisierte, dass grundlegende Arbeitsrechte missachtet und Organisationsrechte behindert würden. Die Supermarkt-Initiative forderte von der Politik unter anderem den Schutz der Produzenten und Mitarbeiter vor einem Missbrauch der Einkaufsmacht sowie eine Beschränkung der Marktmacht.
Den Angaben zufolge kommen die Ketten Edeka, Lidl, Aldi, Rewe, Tengelmann und Metro mittlerweile auf einen Marktanteil von rund 90 Prozent.

Wer steht dahinter?

Hinter der Initiative stehen: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, BukoAgrarkoordination, Bund für Umwelt und Naturschutz, Christliche Initiative Romero, FoodFirstInformations- & Aktions-Netzwerk Deutschland, Forum Umwelt & Entwicklung,Kampagne für Saubere Kleidung, Germanwatch, GewerkschaftNahrung-Genuss-Gaststätten, Industriegewerkschaft Agrar Bauen Umwelt, INKOTA, Misereor, Oxfam Deutschland, Pestizid Aktions-Netzwerk Deutschland, Südwind-Institut, Terre de femmes, Verdi, WEED (Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung), Weltladen-Dachverband