Die Personalrochaden beim Markenverband betreffen auch den Posten des Hauptgeschäftsführers: Christoph Kannengießer geht zum Jahresende - "in gegenseitigem Einvernehmen".

Im Gespräch mit derhandel.de bestätigte Ilka Houben, Sprecherin des Markenverbandes, das Ausscheiden von Kannengießer zum Ende dieses Jahres. Einen Nachfolger für den Posten des Hauptgeschäftsführers sei noch nicht gefunden. Die Trennung sei in gegenseitigem Einvernehmen erfolgt, versicherte Houben.

Der 46 Jahre alte Jurist Kannengießer war im Oktober 2007 von der Konrad-Adenauer-Stifung zum Markenverband gewechselt.

Konfrontation mit dem Handel umstritten

Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" gäbe es unter den Mitgliedern des Verbandes seitdem unterschiedliche Auffassungen darüber, wie beherzt sich die Markenhersteller gegen die angebliche Marktmacht der Handelskonzerne wehren müssen. Das offensive Vorgehen Kannengießers, um das Kartellamt gegen den Handel in Stellung zu bringen, habe nicht bei allen Herstellern Gefallen gefunden, meldet das Blatt.

Die Onlineausgabe der "LebensmittelZeitung" schreibt, dass das Verhältnis zwischen Markenverband und den Handelskonzernen schwer belastet sei. Schuld daran sei der konfrontative Kurs von Kannengießer.

Ressort Handelsbeziehungen wird neu besetzt

Bereits Anfang Oktober teilte der Markenverband mit, dass zum 1. November Christopher Schulz ausscheiden wird. Seine fachlichen Aufgaben (Kartellrecht und Verbraucherpolitik) werden Andreas Gayk und Alexander Dröge übernehmen, heißt es. Gayk betreut künftig das Ressort "Vertriebspolitik/Handelsbeziehungen" und wird die Funktion des Compliance Officer bekleiden. Zuvor war Gayk im Vertrieb von Coca-Cola Deutschland tätig.

Dröge übernimmt die Leitung des Ressorts "Recht & Verbraucherpolitik". Der Jurist ist bereits seit vier Jahren beim Markenverband tätig und unter anderem für das Markenrecht zuständig.